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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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sinn an dcn Mißgestalten des Mccrgrundes ausgcbildet hätten. Am wei-testen wohl wird der Häßlichkeitslurus, um nicht zu sagen, Häßlich-kcitscultuS, in Belgien getrieben, wo eine Mischung von Chinesisch,Roccoco und Fabrikgothik an der Tagesordnung zu sein scheint, na-türlich ohne die hohen technischen Vorzüge der erstgenannten Styl-artcn. Ob etwa das flammändische Naturell einer besonders starken An-regung bedarf?*) Lieber bestelle man das erforderliche Gcräthe bei demersten besten Zinngicßcr oder Blechschlägcr, als daß man nach jenem fal-schen, lügnerischen Prunk greift, der sich an oben gedachten Schaufensternbreit zu machen Pflegt. So sind denn auch alle Surrogate, wie z. B. Ncu-silbcr, ferne zu halten, welche etwas scheinen wollen, was sic in Wirklichkeitnicht sind; Vergoldungen werden hiervon nicht getroffen, weil eben Niemanddadurch getäuscht werden soll und getäuscht wird. Im Ganzen ist cs räth-lich, vcrhältnißmäßig mehr auf eine meisterhafte Form zu verwenden, alsauf das Material, wie wünschenswert!) es auch immerhin sein mag, daßin beiden Beziehungen der Geist des Opfers hervorlcuchtet. Erst die Ver-kommenheit unserer Zeit hat die tiefe Bedeutung des Wcihgcschcnkcs inVergessenheit gcrathen lassen; höher aber als das kostbarste Naturprodukterscheint gewiß in dcn Augen Gottes die aus seine Verherrlichung Hinge-richtete freie That des Menschen^ besonders im Bereiche der Kunstübung,welche ja ihrem innersten Wesen nach ein Ausfluß des Dranges ist, die durchdcn Sündcnfall gestörte Harmonie in dcn geschaffenen Wesen wieder herzustcl-len oder doch im Bilde uns ahnen zu lassen. Es kommt aber noch hinzu,daß der kostbarste Stoff die Raubsucht am meisten anlockt. Wie viel zuGrunde gegangenes wäre noch vorhanden, wenn cs dem Hunger nachGold und Silber keine Befriedigung dargeboten hätte! Das blos Schönewandert doch meist nur zum Trödler oder in die Rumpelkammer und wirdnicht sofort cingcschmolzc».

Was die den verschiedenen Gcräthschaftcn zu gebende Form anbclangt,so schließt man sich auch hier wieder am besten an gute, einfache Musteraus dem Mittelalter an; der gothischc Styl verdient schon um deswillendcn Vorzug, weil das ihn beherrschende Gesetz am klarsten in die Augenspringt. Bevor man aber Neues anschafft, sorge man für die würdige

*) Nach dcn Werken der Altvordern! sollte man es fürwahr kaum für möglich halten,daß in Belgien das lebende Geschlecht ästhetisch auf eine so tiefe Stufe herabgckvmmcnsein könne, wie es durchgängig der Fall zu sein scheint, wenn man sieht, wie lvon ein-zelnen größeren Restaurationen abgesehen) die Kirchen dort zugerichtct und ausgcstattet zuwerden pflegen. Meines Erachtens ist daran vorzugsweise die Allmacht schuld, welche dieOelmalerei übt; sic lähmt das Interesse und den Sinn für plastische Schönheit, für ge-setzmäßige Formgebung und feine Linienführung.