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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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leer da stehen, während viele Andächtige dieselben umdrängcn und vielleichtnicht einmal so- viel Platz haben, um während der Wandlung auf den Fuß-boden hinknicen zu können. Dahingegen sollte in jeder Pfarrkirche für dieAutoritäten stets ein besonderer, auch äußerlich ausgezeichneter Platz rcservirtsein, wie solches in früherer Zeit allcrwärts der Fall war und sich ausder Natur des Verhältnisses der kirchlichen zur weltlichen Obrigkeit ergibt.Auch hier kann wieder England als Muster angeführt werden, wo manüberhaupt die tiefe Bedeutung der äußeren Formen und des Cercmoniellsnoch zu würdigen versteht. Am ärgsten ist man in dieser Beziehung beiuns zu Lande verkommen, dank den afterphilosophischcn Aufklärern undGleichmachern, die Alles über den Haufen rennen, was nicht dem eigenenGehirne entsprungen ist, oder doch sich vor demselben vollständig zu legi-timiren vermag und welchen jede Bevorzugung ein Dorn im Auge ist, dienicht ihnen zu Thcil wird. Freilich würde eine solche Einrichtungvoraussichtlich gar mancher Ortsautorität selbst nicht sonderlich Zusagen,die lieber unbemerkt aus der Kirche bleibt, als in derselben durch irgendeine Auszeichnung bemerkbar wird; allein auf dergleichen persönliche Stim-mungen muß man nicht allzu ängstlich Rücksicht nehmen; eine gewisse ge-linde Nöthigung ist in solchen Verhältnissen sogar recht heilsam. Leiderstammt das Nebel meist aus höheren Regionen, als denjenigen, worin sichdie Ortsautoritäten bewegen. Der Militärstand hat, so zu sagen, alleäußere Ehre absorbirt; er hat zunächst die Staatsgewalt zu rcpräscntircn;selbst bis zu den Uniformen der Civilbcamtcn herab muß Alles, was Gel-jung haben soll, seinen Stempel tragen. Ob das auch etwa ein Zeichen fortge-schrittener Kultur ist? In England verhält sich die Sache bekanntlich anders.

Was die Form der Knicbänke anbelangt, so ist vor Allem auf denZweck zu achten, welchem sie dienen sollen; sie dürfen keinem Style undkeinem Schmucke zu Lieb unbequem werden. Von dem Satze ausgehend,daß alles Gothischc Spitzbogen, alles Romanische Rundbogen zur Schautragen müsse, hat man auch vielfach die Kirchcnbänke demgemäß stylisirtund sie dann eben so häßlich als unzweckmäßig gemacht. Dte Hauptsacheist gutes, unbcschmicrtcs Eichenholz, tüchtige Arbeit, die sich überall alssolche erkennen läßt, und endlich, falls man ein klebriges thun kann undwill, Blattwerk oder sogen. Pannccl-Verzierungcn auf den nach den Schif-fen hin gekehrten Wangen, welche oben in eine heraldische Lilie, ein in-einander gerolltes Blatt oder ein ähnliches Ornament, ja aber nicht ineine Kreuzblume, die hier ganz unpassend ist, auslaufcn mögen. Wo manwegen Mangels an Geld oder Raum keine Bänke aufstellen kann, legeman Binsenmatten auf den Boden, welche unter allen Umständen denkleinen meist für die Schuljugend bestimmten Kniebrcttern vorzuziehen sind.