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hung zu dein kirchlichen Lehramte durchblickt. Willkürliche Allegorien undPhantasiestücke sind hier am wenigsten angebracht.
Die Schalldeckcl über den Kanzeln machen sich in der Regel vielzu breit. Statt dieselben ganz einfach als Beiwerk zu behandeln, erdrücktman damit nicht selten förmlich die Kanzel, indem man eine schwere undüberladene, in ganz unnatürlicher Weise aus der Wand hcrvorwachscndcStruktur darüber schweben läßt. Wie anderwärts durch das Zuwenig, sopflegt man hier durch das Zuviel zu sündigen: eine der Grundform derKanzel entsprechende, mit einem Kranze verzierte Uebcrdachung möchte wohlam angemessensten sein. Die passendste Stelle sür die Kanzel ist an einemPfeiler auf der nördlichen oder südlichen Seite des Hauptschiffes in der Nähedes Triumphbogens, so daß der Priester zum Volke sprechen kann, ohne demAltäre den Rücken zuzukchren; keinesfalls darf sie im Chore ihren Platzfinden, oder gar seitwärts vom Altäre, wie solches eine von der Königl.Obcr-Baudcputation zu Berlin im Jahre l835 erlassene Instruction, inwelcher überhaupt gar. viel wunderliche Rathschlägc zu lesen sind, auch fürkatholische Kirchen empfiehlt.
Der Taufstein, welchen die cbcngcdachtc Instruction gleichfalls indie Nähe des Altarcs verweist, gehört an den Eingang der Kirche gegenNorden. Durch die h. Taufe treten wir ein in die streitende Kirche. Schondie Bezeichnung weist darauf hin, daß er der Regel nach aus Stein an-zufertigcn ist; Metall, mit Ausnahme des Eisens, kann indeß auch zurAnwendung kommen, wie cs denn namentlich ausgezeichnet schöne alteTaufbecken aus Bronze gicbt. Der Taufstein soll auf einige Stufen er-höht und so groß sein, daß er Wasser für ein ganzes Jahr hält. Umletzteres vor Verunreinigung zu bewahren, ist er mit einem verschließbarenDeckel zu versehen, wo möglich mit einer Vorrichtung zum Aufziehen dcs-sebcn. Bis zur gothischen Periode ruhte das Becken häufig auf Säul-chcn; später ward daS Ganze, in ähnlicher Art wie die Kanzel, vom Fußeaus geometrisch entwickelt, meist unter Zugrundelegung des Achtecks. Auchzur Ausschmückung dieses Gcräthcs kann inan entsprechende Symbole an-bringcn, jedoch sparsam und mit Vorsicht, damit alle Spielerei wie alleUebcrladung fern bleibt. Wo cs bei dein Neubauc einer Kirche die Mit-tel gestatten, ist cs sehr angemessen, eine besondere Taufcapcllc (kmi>-tistorinm) derselben anzufügcn und zwar in der Nähe des westlichenThurmcs.
Die Orgel soll, wie sie den Gesang nicht übcrtäuben darf, auch dieHarmonie der Architektur nicht stören; man vergesse nicht, daß dieselbeihrem Wesen nach ein Gcräthe und kein Bauwerk ist, wenn gleich man .ihre Verfertiger Orgelbauer zu nennen Pflegt. Nirgendwo anders viel-
2. Ausl. 5