einander ohne alle reelle Unterlage. Man wolle daher die Kirchen mitmodernen Sesseln und Fcnstervorhängen, mit Asphalt und Gas verschonen;sern bleibe alles Mahagonisiren, Marmorisircn und Bronziren, alles Plie-ster-, Gytzs- und Tapeziercrwerk, überhaupt, so viel als nur immer mög-lich, alle Fabrikwaare, alles Gegossene, alles auf Täuschung beruhendeSurrogat! Wahrheit ist das oberste Gebot. Die flimmernden Kron-leuchter aus Glas belasse man den T^nzsälen; den Lithographien werdeunter keinen Umständen, den Oelgemälden nur mit höchster Vorsicht, zumalwenn dieselben ins Blaue hinein auf den Kauf gemalt sind, der Eingangin die Kirche gewährt.
Ein recht passender Schmuck für die Altarstufen, überhaupt für dienächste Umgebung des Altars bei feierlichen Gelegenheiten, sind Teppiche,in Bezug auf welche indeß vor den modernen Stickmustern mit Bouquetsoder gar figürlichen Darstellungen gewarnt werden muß. Auch hier ist andem alten strcngkirchlichcn Style festzuhalten, welcher allein der Würde desOrtes entspricht.
Links vom Hauptaltare auf der Evangclicnseite ist, wie bereits bei-läufig bemerkt worden, die Stelle für das SacramentShäuschcn, rechts ander Chorwand für die Piscina und die Pollcnnische oder den Credenztisch,daneben der Dreisitz für die cclcbrircndcn Priester. Der Chor soll vom Schiffeabgesondert werden. Die Kanzel hat ihren normalen Platz im Hauptschiffe,unweit des sogen. Triumphbogens, der Taufstein links vom Hauptcingange;zu beiden Seiten des letzteren sind die Weihwasserbecken anzubringcn.
So die Disposition des größeren Geräthes, von welcher aller-dings, selbst in Musterkirchcn, einzelne Abweichungen Vorkommen. Es kannsich hier nur darum handeln, eine allgemeine Richtschnur zu geben; wersich näher informiren will, nehme die Werke von Durandus, Ciampini,Krcuser u. A. m. zur Hand und vergleiche größere, mit Abbildungen ver-sehene Monographien, vor Allem aber die noch in ihrer Integrität auf unsgekommenen alten Kirchen. Nur einige Praktische Bemerkungen in Betreffder eben namhaft gemachten Geräthschaftcn sollen hier folgen.
Für Sacraments Häuschen werden wir uns wohl zunächst nochan die einfachste Gattung derselben, nämlich auswärts verzierte, in die Chor-wand gelegte, mit Gittcrthüren versehene Nischen, zu halten haben, bis da-hin wieder für jene auf zierlichen Füßen freistehenden Wunderwerke mittel-alterlicher Steinmctzenkunst die Zeit gekommen sein wird. Vorbilder fürbeide Gattungen eristircn, wenngleich meist arg verstümmelt und verschmiert,noch in großer Zahl. Bei Arbeiten dieser Art liegt die Gefahr besondersnahe, sich des Cemcntes oder der Stcinpappe zu bedienen; es dürfte dahervielleicht nicht ganz überflüssig sein, hier ausdrücklich davor zu warnen.