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Gemäß den kirchlichen Satzungeil sollen Altäre ohne bischöflickc Ge-nehmigung nicht errichtet, versetzt oder beseitigt werden; soscrn es nur im-mer thunlich ist, gebe man denselben die Richtung gegen Osten, von wo-her das Licht kommt.
In vielen Kirchen herrscht die Gewohnheit, an Feiertagen die Altäremit einer Unzahl von Kerzen und Kcrzchcn, mir künstlichen Blumen, Drap-pcricn und allerhand Coulisscnwcrk, meist von Pappdeckel, auszuschmückcn.Es dürste indeß mehr als zweifelhaft sein, daß solcher Theaterapparat derWürde dcS OrtcS entspricht und sich dazu eignet, die Andacht zu heben.So angemessen insbesondere frische Blumen hier sind, falls die Auswahleine gute ist und das rechte Maß inncgeh'altcn wird, so unpassend sinddie den Schein beS Lebens heuchelnden nachgemachten, welchen ohnehin derStaub und die Feuchtigkeit bald selbst diesen Schein rauben. In nichtwenig katholischen Gemeinden Englands haben sich förmliche Vereine vonJungfrauen gebildet, um die Kirche allwöchentlich mit frischen Blumen aus-zuschmückcn, ein Beispiel, welches gewiß auf unserem Contincntc nachgc-ahmt zu werden verdient. Die Zahl der Altarlcuchtcr sollte in der Regelsechs nicht übersteigen; ihre Stelle ist auf der Fläche des Altars; die injüngster Zeit als „romanisch" aufgckommenen treppcnförmigen Aussätze miteinem Leuchter auf jeder Stufe, gehören zu dcu vielfachen Neuerungen,welche den augenfälligen Beweis liefern, wie wenig cs an der Zeit ist, sichauf solche zu legen. Dagegen möchte ich empfehlen, wo es die Mittel er-lauben, wieder wie vor Alters einen Kronleuchter, nach Art der u. A.in Aachen und Hildcsheim, Lübeck und Danzig (letztere in gothischcn, cr-stcre in romanischen Style) noch vorhandenen Prachtcrcmplarc, vor demHochaltäre aufzuhängcn. Es mag hier die allgemeine Bemerkung Platzgreifen, daß man hinsichtlich der Form der Gerüche sich davor zu hütenhat, allzu crciusiv zu verfahren und so aus der Scylla in die Charybdiszu gcralhcn, wie cS meist zu geschehen Pflegt, wenn man anfängt, sich vonder Falschheit einer Richtung zu überzeugen. Möbelwcrk erträgt, ja erfor-dert einen höheren Grad von Freiheit in der Behandlung, als dasjenige,was einen construetivcn Zweck erfüllt, so daß schon auS diesem Grundez. B. die Werke des 15. Jahrhunderts geeignetere Muster zur Nachahmung 'sind, als die des strengarchitcktonischen 12. und 13. Jahrhunderts. Ncbcr-haupt thut man wohl daran, das erstgcdachtc Jahrhundert stets vorzugs-weise zu Rache zu ziehen, sobald cs sich um Dccorationöfragen handelt;keine andere Zeit bietet einen solchen Rcichthum an Motiven und Vorbildern.Hoffentlich wird cs nicht mehr allzulange bis dahin währen, daß wir kei-nerlei unmittelbare Muster mehr bedürfen, indem wir uns in das Bildungs-gcsctz der Gothik förmlich hincingclcbt haben. Bei aller Einfachheit seines