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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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Allarc zu bewahren, nur geschehe dies in einer mittelst eines Thürchcnsverschließbaren Nische und nicht in einem Drehtabernakcl, dessen Maschinerieder Würde der Bestimmung wenig entspricht. Man hat neuerdings, gewißin der besten Absicht von der Welt, die Puristcrci vielfach so weit getrie-ben, daß man in romanischen Kirchen nur Möbel in romanischem Styleaufstellcn zu dürfen glaubte, wobei denn die absonderlichsten, um nicht zusagen, ungeheuerlichsten Erscheinungen zu Tage kamen, indem man, beidem fast gänzlichen Mangel an Mustern aus dem 12. oder gar 11. Jahr-hundert, die Formen der Steinarchitcktur, so gut es eben gehen wollte, ausdas hölzerne Möbclwcrk übertrug und z. B. die Bänke und Beichtstühlemit Dachgcsiinsen, Rundbogcnfricscn u. dgl. ausstattcte. Hier wie in derArchitektur glaubt man den Anforderungen des romanischen Styls durchRundbogen, denen des gothischcn durch Spitzbogen ein volles Genüge gc-than zu habe»; freilich kennen die meisten unserer Architekten auch nichtviel mehr von diesen Stylen, und thun sie demnach, von ihrem Stand-punkte auS, daS möglichst Beste. Sogar Kandelaber, Rauchfässer, Schel-le», Wcihwasscrkcsscl werden solchergestalt inromanischem Style" ausgc-führt, wo denn daöRomanische" nur darin besteht, daß die Form soplump wie möglich und nicht gothisch ist.

Einem steinernen Aussätze ist, zur Zeit wenigstens und in den an denRhein anstoßenden Landesthcilcn, der Vorzug vor einem hölzernen zugeben, weil Dank der in der Kölner Dombauhüttc wurzelnden Stcin-mctzcnschulc! eine kunstreiche, correctc Stcinhaucrarbcit weit eher hcrzustcllcnist, als eine Holzschnitzerei von entsprechendem Kunstwcrthc. Namentlichgeht letzteren das Fantastische meist ganz und gar ab: cs sieht Alles soabgcguält aus, Masse und Form liegen im Hader miteinander, ein Hader,in welchem die Form ganz gewiß stets den Kürzeren zieht, so lange nicht dieBildschnitzcrci wieder ganz für sich als ein abgesonderter Kunstzweig betrie-ben wird.

Zuweilen finden sich an der Vorderseite der Altartischc zierliche Arkadenmit Statuetten. Wie reich ein solcher Schmuck auch erscheint, so möchtedoch für neue Altäre, vor der Hand wenigstens, größere Einfachheit.zuempfehlen sein ein kräftig vorspringendcs Sims, Ecksäulchen nebst einemKreuze, einer Palme, einem Labarum, Alpha und Omega, einem LammGotteS oder sonst einem altchristlichen Symbol in der Mitte und zwarschon um deswillen, weil hier so leicht Verstöße gegen daö, was sich ziemt,gemacht werden, außerdem aber auch feinere Steinmctzenarbeit an diesemOrte Beschädigungen sehr auögcsctzt ist. Der passendste Schmuck sind dieAltarvorhängc (nicht steife Tapeten) oder Antipcndicn auS kostbaren Stof-fen, mit welchen man nach der Farbe der Feste wechseln kann.