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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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hier mit seinem tobten, aus der Zopfzeit überkommenen Marmorlurusnoch gar weit zurück ist. Die Anstalten von Mcnton in London undDidron in Paris bieten bereits eine überaus reiche Auswahl von Flic»ßen, meist nach alten Mustern bar. Obgleich das englische Materialschwerlich in Deutschland zu gewinnen sein wird, so ließe sich doch wohlfür das gewöhnliche Bcdürfuiß Zureichendes Herstellen. Im Mittelalterpflegte inan diese Fließen in folgender Art ganz einfach bcrzustcllcn. Manfertigte die Platten, meist sechs Zoll im Quadrat, auS Thon und drückte in^ schwachem Relief gehaltene Chabloncn darauf; die hiernach sich ergebendecingcticftc Zeichnung ward mit einem bläulichen Thone gefüllt und dieobere Fläche sodann, zum Zwecke der Milderung der rothcn Grundfarbe,mit einem gelblichen Firniß überzogen.

Wendet man Haustein zur Beplattung an, so werden die MusterlKrcuzc, Sterne u. s. w.) größer und einfacher zu halten sein; ein gewissesFormen- und Farbcnspicl läßt sich unter allen Umständen ohne besonderenKostenaufwand anbringcn, falls cs nur an dein guten Willen und einigemVcrständniß nicht fehlt, und man nicht, wie cs leider gewöhnlich geschieht,den Fußboden einer Kirche mit Hausfluren und Trottvirö auf Eine Liniestellt, so daß ein Schachbrct das Höchste ist, wozu man sich aufzuschwin-gcn vermag.

Mit noch größeren Schwierigkeiten, als die malerische, ist die statua-rische Ausschmückung einer Kirche verbunden, und zwar sind dieseSchwierigkeiten mehr persönlicher als sachlicher Natur, indem die Bildhauerdurchgängig in noch höherem Grade den katholischen Traditionen abgesagthaben, als die Maler. Statt nach Frciburg, Rheims, Amiens, Chartres zuwandern, wo noch ein Volk von Statuen zu sehen ist, welches, wie durcheine Art vou Wunder, die Katastrophen aller Art überlebt hat, um uns diebildnerische Sprache des ChristcnthumS zu lehren, geht man mit schwerenKosten zu heidnischen und aftcrhcidnischcn Nuditätcn in die Schule, undbedenkt demnächst unsere altcrgraucn Kathedralen mit kostspieligen Mar-morsachen, die, selbst wenn sic ausnahmsweise eine gute Intention zei-gen, doch stets einen anderen Geist athmen, als die Bauwerke, de-nen sie dienen sollen, und förmlich aus dem Rahmen fallen. Hoffenwir, daß aus den sich wieder gestaltenden Stcinmctzcnhüttcn auch wiedereine monumentale Sculptur hcrvorwächst, die sich jenes untergeordneten Ver-hältnisses zur Architektur nicht schämt, vielmehr wie die altadeligc Devise:Ich dien'", stolz zur Schau trägt.