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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Charakter zu geben, welchen die Bestimmung und die Würde des Gottes-hauses allein Einzelnen gegenüber in Anspruch nehmen.

Die Fenster des 13. Jahrhunderts sollen uns im Allgemeinen alsMuster dienen. Vor Allem empfiehlt dieselben ihre, großcnthcils durch diegleichmäßige Behandlung der Figuren und der Verzierungen hervorgebrachteEinheitlichkeit und Einfachheit; sie sind, was sie sein sollen: lichtdurch-wirktc Teppiche. Es ist eine Flächen- und Dccorations-Malcrci,welche, ihrer Natur nach, alle feineren Schattirungcn und zarten Einzcl-züge, sowie jede Rücksichtnahme auf Linien- und Luftpcrspcctive ausschlicßt.Die Farben, die hier unbedingt über die Formen dominiren sollen, müssenmächtig, aber harmonisch, reich und mannichfaltig, aber nicht confus er-scheinen, die Verbleiungen endlich sich geschickt der Zeichnung anschließcn undja nicht zu spärlich angewcndct werden, indem sie vorzugsweise die mecha-nische sowohl als die artistische Kraft des Ganzen bedingen. Ein besonde-res Augenmerk ist noch darauf zu richten, in welcher Ferne, namentlich inwelcher Höhe die Fenstcrmalercicn sich zu Präscntircn habe», und die Zeich-nung der Figuren, wie alles Bauwerkes darnach cinzurichten. Die langen,stets nach unten gestreckten Füße der crstcrcn, die eigenthümliche perspekti-vische Darstellung des letzteren und viel Sonstiges mehr, was man so gernefür Nnbcholfenheit oder Geschmacklosigkeit ausgiebt, findet meist in jenerRücksicht seine volle Rechtfertigung. Unsere akademischen Künstler, diegerne kostspielige Cartons anfcrtigen, welche sich auf Kunstausstellungenproducircn und vielleicht noch besonders vcrwcrthen lassen, finden freilich beidengothischen Kartcnkönigen" nicht ihre Rechnung; allein die Kirchenfahren, wie es der Augenschein lehrt, um so besser dabei. Nicht minder istfast Alles, was man an den Hervorbringungen unserer Glasmalerei-An-stalten zu loben Pflegt, geradezu vom Ucbcl: Schwung in der Komposition,sorgfältige Modellirung, Mannichfaltigkeit der Fleischtönc, lebendiges Her-vortrctcn aus der Umrahmung, drangvolle Handlung, Beobachtung derverschiedenartigsten Rcflerc, plastisch-abgerundete Gruppirungen u.s.w. alledieseErrungenschaften" der Neuzeit, deren relativer Werth hier übrigens inkeiner Weise bestritten werden soll, widerstreben dem innersten Wesen der Glas-malerei, wenigstens der monumentalen Glasmalerei. Es kommt dabeiin der Regel am Ende die unstäte, fadenscheinige, säst- und kraftlose Waareheraus, womit jene mit so großem Kostenaufwande unterhaltenen Instituteschon so manches ehrwürdige Gotteshaus verunziert haben. Alles rcdu-eirt sich auch hier im Grunde wieder auf die Frage, ob die Kunst derKirche, oder ob die Kirche der Kunst zu dienen hat.

Schon in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts fing man an, sichouf Abwege zu begeben. Statt des festen, geschlossenen Mosaikgrundes, der