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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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gencr, Blcistrcifm sind sie ans kleinen Stücken, meist blauen und rothcnHüttcnglascs zusammengesetzt, während kräftige, der Regel nach durch dasBlei gebildete Contourcn, welche eine leichte, aber derbe Schattirung mitder Lokalfarbe vermittelt, die Figuren markircn. In jedem Fenster dominirtEin Grundton; Helle und matte Farben kommen nur in den untergeordnetenVerzierungen vor: eine kräftige, harmonisch-glänzende Totalwirkung warauch hier der Zielpunkt, den man vorzugsweise im Auge hatte. Indemman schon im Schmelzofen der Außenseite die Glätte benahm, brachte manjenen bräunlichen, eben so wohlthucnden als imponircnden Charakter her-vor, welcher unseren heutigen Farbenfenstcrn durchweg abgcht. Die Kraftder Farbcnwirkung ist bei der Glasmalerei wesentlich durch die Ausschließungdes vollen Lichtes bedingt; cs wird eine Farbe in dem Maße leuchtender,in welchem dunkele Partien sie umgeben; die Durchsichtigkeit ist einesder Radikalgcbrcchcn der modernen Bchandlungswcise; das Durchsetz einenhingegen ist durch das Wesen des Fensters geboten, welches Wesen in kei-ner Hinsicht vcrläugnct werden darf. Schon in dieser Periode sind übri-gens die Zicrrathcn mit vieler Sorgfalt angcfertigt, während die Figuren,welche mit Rücksicht auf die Perspective um so stärker hcrvorgehobcn undaccentuirt werden, je mehr die betreffenden Fenster sich in der Höhe befinden,einen fast hieroglyphischcn Charakter an sich tragen. Schwunghaftes Laub-und Zwciggewinde, arabcskcnartigcs Ornament auf Mosaikgrund, schnecken-förmig gewundene Akanthus- und Lotusblättcr, Netzwerk u. dgl. charaktcri-sircn die in Rede stehende Periode, welche im Allgemeinen mit der des ro-manischen Baustylcs zusammenfällt.

Mit der gothischen Architektur sehen wir auch einen entsprechendenGlasmalerstyl sich entwickeln, dessen Hauptcigenthümlichkeit darin liegt, daßstatt der kleinen Figuren-Gruppcn in Medaillons und der bandartig gefloch-tenen, rautenförmigen Felder große, cinzelstehendc reichdrappirtc Figuren instarrer, symbolischer Haltung meist auf einem, aus in einander verschlun-genen geometrischen Figuren gewobenen Tcppichgrunde dargcstcllt sind, vonwelchem sich architektonisches Beiwerk, Baldachine, Consolcn, Fialen u. s. w.abhcbt. Alle diese Dinge sind in ganz convcntioncllcr Weise ohne alle Perspec-tive auf Einer Ebene gezeichnet und so trefflich angcordnct, daß trotz der so gro-ßen Menge von Glasstücken nie Verwirrung cintritt. Das Handwerk mitseinem sicheren, stets auf das Praktische gerichteten, auch daS Kleinste inAnschlag bringenden Takte und seinen durch tägliche Ucbung fast mechanischgewordenen Handgriffen that eben das Beste dabei. Wo die Mittel für reicheDarstellungen nicht ausrcichten, verzierte man den Grund Grau in Grau(sogen. Grisaillenj; niemals aber leistete man ganz Verzicht darauf, denFenstern durch Farben und Dessins wenigstens andeutungsweise den höheren

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