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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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guten Sand und Kalk zu sehen und Alles ferne zu halten ist, was, wie z. B.Gyps, dicFeuchtigkeit anzieht. Die Hauptsache bleibt immer, daß man gegen dieUrsachen solcher Schäden frühzeitig angeht, die Quelle des Nebels verstopft.

Die Herstellung eines regelmäßigen Luftzuges während der wärmstenStunden des Tages ist in dieser Hinsicht besonders zu empfehlen. Niemalsbegnüge man sich damit, durch vorgcsetztcs Holzgctäfel oder in ähnlicherWeise die vorhandenen Ucbelständc unsichtbar zu machen, oder durchbloße Palliative sie für den Augenblick zurückzudrängen.

Darum ist aber keineswegs alles Schadhafte sofort hcrzustcllen; eskommt vielmehr dabei hauptsächlich auf die Natur des Nebels an. Manlasse z. B. lieber an der einen oder andern Stelle den Verputz fehlen, alsdaß inan neuen guflegt, der mit der Umgebung eine schreiende Dissonanz bildet.Ncbcrhaupt ist man durchweg viel zu sehr geneigt, das Innere von Kirchenfür restaurationsbcdürftig zu halten. Der sonst gewiß recht löbliche Sinn fürReinlichkeit macht sich hier meist ganz zur Ungebühr geltend. Es wirddabei der sehr wesentliche Unterschied zwischen einem Wohnhause und einemMonumente, überhaupt einem öffentlichen Bauwerke, übersehen. In beidenkann man nicht strenge genug darauf halten, daß aller Schmutz, Spinn-web, Staub u. dgl. entfernt werden; bei der Kirche aber muß die Bezie-hung auf den Menschen, seine Behaglichkeit, seine wechselnden Bedürf-, nisse und Launen allcrwärts zurücktretcn und ein hoher, auf das Bleibendegerichteter Ernst sich zeigen. Man soll die Kirche in das Haus, keineswegsaber das Haus in die Kirche tragen; die Sauberkeit der Hausfrau in denihr untergebenen Räumen paßt sich nicht für das Gotteshaus: der geschicht-liche Rost ist hier mindestens eben so sehr am Orte, wie im Wohnhausder glänzende Firniß.

Die vordem so klare Einsicht in das, was sich schickt, ist überhaupt inhöchst bedauerlichem Maße verdunkelt; diese Einsicht aber ist cs, welcherman es vorzugsweise bcizumessen hat, daß selbst die schlichtesten mittelalter-lichen Kirchen jenes Gepräge an sich tragen, welches den Eintrctendeu so-fort mit Ehrfurcht erfüllt. Die äußere Erscheinung eines Werkes soll mög-lichst der Idee entsprechen, der es zu dienen hat. So muß denn der christ-liche Kirchcnbau überall die Achtung vor der Vergangenheit, die Hcilighal-tung der Traditionen zu erkennen geben; er muß einfach, natürlich, har-monisch sein; er muß in kräftiger, ungesuchter, aus dem Grundgedankengleichsam hervorquellender Schönheit blühen. Und nichts widerstreitet allemdem mehr, als das so beliebte Schminken eines altcrgraucn Bauwerkes,dieses Blenden durch Tapezicrerkünste, durch bunten Flitter und glitzerndenTand, als jenes glatt-, gleich- und weiß Machen endlich, was alle Na-tur, Poesie und Geschichte verwischt. Bedenkt man erst gar, was Alles