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Notiz zu nchmm sich hcrbcilassen könnten; man muß daher mit jedem Hand-werker von vorne anfangen. Alle abhanden gekommenen'Ziersculpku-ren müssen, soweit möglich, auf das Genaueste dem früher Dagewcsencnnachgebildet werden; blos angefrcsscnes oder schadhaftes Bildwerk soll mannicht wieder neu machen, sofern nicht constructive Rücksichten solches er-fordern. Die Fugen und Schichtungen sind mit Rücksicht auf den Wasscr-schlag einerseits und das Dccorations-Systcm andererseits anzulcgcn; selbstetwa vorhandene Unregelmäßigkeiten der Schichtung sind bcizubehaltcn,damit nicht ein Zwiespalt zwischen dem Neuen und dem Alten hervortritt.Ist cS unumgänglich nothwcndig, einen Theil ganz neu aufzuführcn, sonehme man sein Vorbild, soviel thunlich, am Baue selbst, oder doch jeden-falls an einem Baue gleichen Styls und Materials. Fast immer sind nocheinzelne Fragmente des Alten vorhanden; diese soll man stets irgendwoals Mustcrproben anbringen und sich ja nicht daran stoßen, daß darunterdie Gleichmäßigkeit ein wenig, leidet, die ohnehin in der Regel gleichbe-deutend mit Nüchternheit ist. Bei durchlaufenden Zierrathen, wie z. B.Fcstons, Kragstein- und Frießvcrzierungen auS der guten Zeit, wird manfinden, daß dieselben stets eine gewisse Mannichfaltigkcil in der Behand-lung zeigen, wodurch die Kälte und Monotonie, ohne Beeinträchtigung desTotalcindrucks, ferne gehalten und der Ausdruck der Frcithätigkcit zuwegegebracht wird. Zur Herstellung solcher Arbeiten müssen sowohl der Archi-tekt als die Steinmetzen sich mit dem Geiste des Werkes recht innig ver-traut machen, was freilich Intelligenz und Geschicklichkeit in mehr als ge-wöhnlichem Maaße erfordert; das, was man Stylgcfühl zu nennen Pflegt,muß da vor Allem cintrctcn.
Die Grundfarben des Architekten sind Licht und Schatten; durchsie erhält sein Werk allererst gleichsam seinen Pulsschlag, das eigentlicheLeben. Damit im engsten Zusammenhänge steht daS Vcrhältniß zwischenden Oeffnungcn, insbesondere den Fenstern und Thürcn, und den Massen;nicht selten macht sogar dieses Vcrhältniß ganz allein den ästhetischen Reizeines Gebäudes auS. Deshalb ist denn alles nachträgliche Blenden solcherOeffnungcn höchst mißlich. Bei Thürmcn erlaubt man sich diese Operationzumeist, um das Innere gegen Sturm und'Regen zu schützen. Allein solcheArznei ist schlimmer als das Ucbcl, welchem in anderer zweckmäßigerer Art,durch Vorrichtungen im Inneren, wie Wasserabzüge, von außen unsichtbareBretterwände u. dgl. begegnet werden kann. Es ist ein wahrer Jammerum einen solchen geblendeten Thurm, der ohne seine Schallöffnungcn undsonstige Durchbrechungen oft nichts ist, als ein plumper Stcincoloß. BeiRestaurationen nehme man daher darauf Bedacht, daß solche Mißgriffewieder gut gemacht werden.