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thcils durch die Auswahl von Formen bedingt ist, welche dem Arbeiter inder Hand und im Werkzeug liegen. So lange die Kunst mit dem Hand-werk verbunden war, ergab sich diese Rücksicht von selbst; jetzt aber, wo'crstcre nur in der Höhe der „Wissenschaft" und der sogen. Idee thronenwill, ist es natürlich unter ihrer Würde, sich darum zu bekümmern, wasden einzelnen Handwerkern und den Stoffen, welche sie verarbeiten, ange-muthet werden kann. Sie läßt ihre Schöpfungen um ein Billiges gießen,kneten oder blasen. Das große Publicum — damit setzt man sich leichtüber einen allcnfallsigen Scrupcl hinweg — merkt ja doch den Unterschiednicht, sein Auge ist ja bereits mittelst all der modernen Bildung so blödegeworden, daß cs die Arbeit des Dampfes und der Maschine nicht mehrvon der Arbeit der Menschenhand zu unterscheiden vermag. — Man meidealso aufs sorgfältigste den Gyps, die Steinpappe, den Ccment, den Asphaltoder wie die Pechpflastcr sonst heißen, und überlasse dieselben den Akade-mikern zu ihren Schöpfungen.
Ein besonderes Augenmerk ist auf den gehörigen Abfluß des Was-sers, sowohl von den oberen Thcilen, als namentlich auch am Fuße desBaues zu richten. An beiden Orten ist der Regen der gefährlichste Feind,weil er leise schleichend untcrwühlt und der Schaden, besonders an denFundamenten, schwer wahrzunchmen und noch schwerer wieder gutzumachenist. Von großer Wichtigkeit ist in dieser Hinsicht die Anlage der Dächer.Die hohen spitzwinkeligen eignen sich am besten für unser Klima und ent-sprechen zugleich am meisten dem gothischen Style. Statt dem Auslandedas Gute und Bewährte zu entlehnen, hat man, wie cs so häufig zu ge-schehen Pflegt, auch hier wieder vorzugsweise seine Schwächen sich anzu-cigncn gesucht: statt der unschönen und zweckwidrigen flachen Dächer,hätte man lieber den kunstreicheil Fugenschnitt an den Gewölben der eng-lischen Gothiker sich merken sollen. Bei umfassenden Restaurationen derDächer macht man cs sich häufig dadurch bequem, daß man die faul ge-wordenen Enden der Sparren abschneidct, und dann das Dach um soviel senkt, so daß der Firstwinkel immer stumpfer wird, und die Kircheihren Charakter vollständig cinbüßt. Ein solches Verfahren ist natür-lich schlechterdings nicht zu dulden. Man hat sich auch nicht selten dieFreiheit genommen, bei Restaurationen gothischcr Kirchen die Wasser-speier zu unterdrücken oder doch nur als Figuranten mit verstopften Rachenfortbestehen und statt ihrer Röhren von Eisen oder Blei cintrcten zu lassen.Es ist das eine verkehrte Neuerung, und zwar nicht bloß vom ästhetischen,sondern auch vom praktisch-technischen Gesichtspunkte aus. Jene Speicrsollen Larven, aber keine Masken sein; auch sie sollen nichts scheinen was sienicht wirklich sind, mit Einem Worte, nicht ästhetisch lügen oder heucheln;