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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Mischer Beziehung uniformiren zu können. Es giebt heutzutage noch nichtgar Viele, die im Stande wären, die alten Bildungen aus allen Gesichts-punkten zu würdigen und die relativen Vorzüge derselben gegeneinanderabzuwägen. Aeußersten Falles suche man wenigstens das Andenken desAlten durch Zeichnungen zu erhalten, welche dann in das Pfarrarchiv nie-derzulcgen wären, aber wohlgemerkt: nur äußersten Falles, wenn dasErhalten schlechterdings unzulässig ist. Alle diese Regeln lassen natürlichgewisse Ausnahmen zu, gegen deren Vorhandensein indeß stets die Verinu-thung streitet. Ein gesundes Urthcil und ein sicherer fester Takt thun vorAllem noth, um in Fragen der in Rede stehenden Art das Rechte zu treffen.Jede capriciöse Voreingenommenheit sür eine bestimmte Stylpcriode mußhier unter allen Umständen seine blieben. Eine einfache Form von un-zweifelhafter Ursprünglichkeit verdient mehr Berücksichtigung, als eine weitvollendetere spätere Zuthat, und letztere sollte hinwiederum auch einer nochso brillanten Neuerung nicht Platz machen: man spare seine Erfindungs-gabe für andere passendere Gelegenheiten auf. Es giebt wenig alte Kirchen,welche nicht einen ganz bestimmt ausgesprochenen Charakter ansichtragen;diesen erhalte man ihnen auf das sorgsamste. Die Fehlgriffe unserer Bau-künstlcr haben in dieser Hinsicht vielleicht schon größeres Unheil angcrichtet,als die Elemente und die Zeit zusammengcnommen.

Schon bei Neubauten ist es sehr bedenklich, die Arbeiten an denMindestfordcrnden zu verganten; bei Restaurationen aber ist csgeradezu verderblich. Der Unternehmer im Ganzen absorbirt allen Gewinn,womit denn bei dem Arbeiter die Lust am Werke und der Trieb zum Voll-kommenen schwindet, Alles natürlich auf Kosten der Sache. In den altenHüttenordnungcn war es deshalb eine unerschütterliche Satzung, daß nurauf Tag elohn gearbeitet werden durfte. Es ist in hohem Grade räthlich,auf diesen Grundsatz, bei allen Kunstbauten wenigstens, zurückzukommen,wie cs denn überhaupt wohl an der Zeit wäre, jene Ordnungen aus demStaube wieder hervorzuzichen, worin die Aufklärung, welche Alles besser zuwissen wähnte, sie so lange hat modern lassen.

Mit der Aufstellung der Gerüste beginnt in der Regel bereits dasUnheil, indem man dieselben beispielsweise nicht in gehöriger Ferne vomBaue anbringt, oder an Ornamente, überhaupt an schwächere Theile (Ge-wölbe, Geländer, Simse u.dgl.) lehnt, oder indem man die Rüstlöchcr mit-ten in den Schichten anbringt, oder endlich dem Apparate zum Heraufziehendes Materials eine solche Stellung giebt, daß alles Herabfallcnde irgendwoeine Zerstörung anrichtct u. s. w.. Wie manches gemalte Fenster, wie vielLaub- und Blumcnwcrk ist nicht ein Opfer der Vorbereitung zur Herstel-lung geworden.