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wenn dasselbe durch allerhand Vorrichtungen und fremdartige Zuthatenkünstlich am Leben erhalten worden ist. Da indessen, wie schon bemerkt,solche Kunstbauten meist zugleich Bedürfnißbautcn sind, so thuc man denn,was das Bcdürfniß erfordert, aber auch wicht um ein Haarbreitmehr. Eine jede Restauration sei, mit Einem Worte, so konservativ wiemöglich. Dem Bedürfnisse ist nun in der Regel dadurch schon entsprochen,daß man die sogen, großen Reparaturen in gehöriger und nach einemreiflich erwogenen, je nach der Dringlichkeit des Bedürfnisses festgcstelltenWeise vornimmt, das Dach- und Zimmcrwcrk, die Gewölbe, Pfeiler und Wändeordentlich in Stand hält oder setzt, an besonders bedrohten Stellen etwa Ankeroder umlaufende Bänder anbringt u. s. w. Wenn auch bei solchen Arbeitender Zweck der Consolidirung vor Allem im Auge behalten werden muß, sosind doch nebenher noch gar manche andere Rücksichten zu nehmen. Daß alleFormen aus das gewissenhafteste, so wie sic waren, erhalten oder beziehungs-weise wieder hergcstcllt werden müssen, ist selbstverständlich; darum soll mandasselbe Material, soweit es sich bewährt hat, oder ein in Farbe und Kornmöglichst ähnliches, verwenden, insbesondere aber hüte man sich, für dieoberen Theilc schwereres Material, als das ursprüngliche des ganzenBaues zu gebrauchen. Aber auch selbst hinsichtlich der Anordnung undder Größe der einzelnen Steine halte man sich am Alten: der ganze Cha-rakter einer Mauer und mehr noch eines Bogens wird durch die Art derSchichtung sowie durch den größeren oder geringeren Umfang der einzelnenWerkstücke wesentlich bestimmt. Dem Anscheine nach unbedeutende Ver-säumnisse ziehen nicht selten die schlimmsten Folgen nach sich, wie z. B.wenn man es unterläßt, die Fugen der Zierglicdcr aus Haustein mit Bleizu vergießen oder wenn man Eisen zur Verbindung der Werkstücke untersich verwendet oder keinen Spielraum zwischen dem Haustein und dem da-ran gränzenden Maucrwcrk aus Bruch- oder Backstein läßt, so daß letzteresbeim Setzen auf den Hausteiu drückt und ihn leicht sprengt u. dgl. m.
Namentlich sind alle Surrogate ferne zu halten, in Bezug aufwelche unsere Zeit so erfinderisch ist, und wozu man bei Restaurationennoch weit geneigter zu sein Pflegt, als bei Neubauten, weil sich so bequemdamit flickcu und pappen läßt. Jede Formgebung ist durch das Material,seine Cohäsion, Schwere,^ Zersetzungsverhältnisse u. s. w. bedingt. Ganzbesonders aber halte man das, ästhetisch wie technisch gleich verwerflicheGußeisen ferne; da es von allen Seiten hcrandroht, kqnn nicht oft undeindringlich genug davor gewarnt werden. Ucbcrlasse man die Herbeifüh-rung des eisernen Kunstzeitaltcrs nur ruhig unfern Akademien; dieselbenwerden damit schon allein zu Stande kommen. Selbst gewisse technischeVervollkommnungen, wie in den Hängewerken u. dgl. dürfen nur mit Vor-