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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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sein Ende die Muster, welche aus gedachter Periode sich noch zu uns her-über gerettet haben, und zwar nicht blos nach malerischen Darstellungen,sondern in ihrer wirklichen Erscheinung. Vor Allem suche man von ihremWesen sich Rechenschaft zu geben, das zunächst auf Maaß, Zahl und Pro-portion beruht, und nicht auf gewissen Acußcrlichkeitcn, wie sehr dieselbenauch bei flüchtigem Beschauen das Auge bestechen mögen und wie nahe auchdie Versuchung liegt, durch sie den großen Haufen zu blenden. Gewiß 1fldiese Kunst, um deren Wiederbelebung cs sich handelt, schwer, schwerervielleicht als irgend eine andere, zumal da, außer den natürlichen, noch sogar viele künstliche Hindernisse sich ihr cntgcgcnstemmcn; allein daß dieabermalige Lösung der Aufgabe nicht zu den Unmöglichkeiren gehört, beweistbereits die Erfahrung. Wir haben wenigstens den Vorthcil voraus, dieAbwege zu kennen, auf welchen man vormals in die Irre gegangen ist,und zwar geschah dies keineswegs, wie die Sophistik uns glauben machenwill, in Folge einer Art von Naturnothwcndigkcit, welcher die Entwickc-lungsphascn der Menschheit blind gehorchen, sondern durch das Uebcrwic-gen der verderbten Natur über das bessere Wissen und Wollen, von wel-chem freilich unsere Philosophen und Literaten höchst ungern Notiz nehmen.

Nichts ist ungeeigneter, als für Kirchcnbauten sogenannte Normalplänczur genauen Befolgung aufzustcllen; gewisse Punkte gicbt cs indcß, welchebei der Errichtung einer eigentlichen Kirche, zum Unterschied von einembloßen Betsaale, stets ins Auge zu fassen sind und woran sich Regeln knü-pfen, die nur der unabweisbaren Nothwcndigkcit weichen sollten. Die besteGrundform zu einer Pfarrkirche (welche Gattung uns hier zünächst be-schäftigt) ist das längliche Viereck mit vorspringendcm nach Osten gerichteten(orientirtem) Chore, welches besondere Fenster erleuchten. Sic zerfällt indrei, sichtlich von einander getrennte Abthcilungcn, die Vorhalle, das Schiffund das Chor; bei vollständiger entwickelten Kirchen erstreckt sich diese Drci-thcilung auch über die Breite- und Höhe-Richtung. Daß die Schiffe stetszu überwölben sind, ist schon oben gelegentlich bemerkt worden. Hinsicht-lich der Geräumigkeit thuc man eher zu viel als zu wenig und treffe jeden-falls Vorkehr, daß Erweiterungen später nicht unmöglich sind. Die franzö-sische und belgische Unsitte, bewegliche Stühle während des Gottesdienstesden Micthern oder Zahlern hinzustellcn, und demnächst in einem Winkelaufzustapcln, lasse man nicht über die Gränze kommen, sondern richte stetsfeste Knicbänke her, welche 3 bis 3'/'2 Fuß von einander entfernt zu hal-ten sind. Der Hauptcingang des Gebäudes gehört in die Wcstfronte undist cs zweckmäßig, die Thürc so einzurichtcn, daß ihre Flügel sich nach au-ßen öffnen; bei größeren Kirchen sind außerdem Ncbenthürcn anzulcgcn,jedoch, zur Verhütung der Zugluft, nicht einander gerade gegenüber.