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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Kraft dcs Christcnthums sich versucht hat und in die häufig noch Pracht-trümmcr der nicdcrgcworfencn heidnischen Welt gewoben sind: Kapitaleund Säulcnschafte aus scltenein Gestein, oder kostbare Mosaiken an Wän-den und Fußböden mit ihren feierlichen, überirdischen Gestalten! Vor sol-chen Basiliken hat man sich allerdings tief zu beugen. Darum aber wahrlichnicht auch vor Demjenigen, was uns die akademischen Vorlcgeblättcr unterder tönenden Firma annehmbar zu machen bemüht sind. Da zeigt sichkeine Spur, auch nicht einmal ein matter Widerschein von jener mystischenErhabenheit, von jener religiösen und historischen Weihe; ein dürres Schemawird uns geboten, eine nüchterne Abstraction, ein Skelett ohne Fleisch undBlut, höchstens durch Oclfarbe und etwas Goldschaum gehoben. Einesolche moderneBasilika" stellt sich in der Regel eben nur als ein vicr-eckigtcr Kasteit, mit einer kleinen, halbrunden Chornische und einer aus zu-sammengcfügtcn, mehr oder weniger verputzten Latten construirtcn Holzdcckedar. Lassen wir also die officicllc Architektur mit ihren Basiliken das ge-reinigte Urchristenthum beglücken, unsrerseits aber uns bestens dafür bedanken.

Was den romanischen Baustyl betrifft, so ist cs damit schon etwasAnderes. Das Schifflcin der Kirche war zur Arche angcwachscn; daschristliche Europa bedeckte sich mit Tempeln, in welchen die constructivenElemente der Basiliken unter der treibenden Kraft der christlichen Ideen ineiner Art sortgcbildct sind, daß sic, so zu sagen, einen ganz neuen Charakterzeigen. Nur im Grundrisse, wenigstens bis auf das Transcpt, finden sichnoch die wesentlichen Dispositionen der Basilika. Im Uebrigcn sehen wirdie Säulen durch Pfeiler, die flachen Decken durch Wölbungen verdrängt;Strebepfeiler verstärken die Mauern, .um dem Schube der Gewölbe zu be-gegnen; die Fenster vergrößern, die Massen gruppiren, die Außenwände-schmücken sich.

Allein wie bewundernswertst die Hervorbringungcn dieser Periode durchGröße, Anordnung und Structur auch sind, immer gewahrt man darinnoch eine gewisse Unbestimmtheit dcs Ausdrucks, vorchristliche Rcminiscen-zcn, unbcwältigte oder doch nicht gehörig gegeneinander abgewogene Massen;die verschiedenen Thcilc führen gewissermaßen noch ein gesondertes Leben;der Geist ringt da noch mit der Materie um die Herrschaft, kurz, Allesdeutet unverkennbar auf ein Entwicklungsstadium, nicht auf volle Reife. Wenndies allein schon hinreichcn möchte, um den romanischen Baustyl uns nichtals Mustertypus zu empfehlen, so tritt noch der bis jetzt viel zu wenig inAnschlag gebrachte Umstand hinzu, daß die Kirchen dieses Styles wesent-lich ein c kunstg cmäße Bcmalun g ihrer so ausgedehnten Wand-flächcn erfordern. Durch dieses Requisit schwindet schon gleich vonvorncherein der dem romanischen Style so vielfach nachgcrühmtc Vorzug der