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Wohlfeilheit; dann aber würde cs auch gewiß, bei der allerwärts vorherr-schenden naturalistischen Bildung und Richtung nichts Leichtes sein, Malerzu finden, welche der Aufgabe überhaupt gewachsen wären.
Am beliebtesten, weil am schwankendsten und unbestimmtesten, wird wohlder sog. Ucbcrgangs styl werden; jedenfalls ist bis jetzt noch kein Ucbcrgangzum Besseren darin zu erkennen gewesen und mag diese Spielart hier auf sichberuhen bleiben. Was die Architekten betrifft, so hat cs fast etwas Komi-sches, dieselben darüber streiten zu sehen, ob man romanisch oder gothischbauen solle, da sie auf ihren Akademien so wenig das Eine als das An-dere gelernt haben. Aber freilich, grade um deswillen steht die überwie-gende Mehrzahl auf der Seite des romanischen Styls: die Willkür hathier einen größeren Spielraum, während jeder Verstoß gegen die Logik undGrammatik des gothischcn Styls sofort in die Augen springt; Alles Passirtam Ende für romanisch, was Rundbogen hat und weder altgricchisch nochgothisch ist. Es erscheint daher doppelt räthlich, diese Eselsbrücke abzubre-chcn und die Herren Architekten zu nöthigcn, einen anderen Weg cinzuschla-gcn, wenn sic überhaupt katholische Kirchen bauen wollen — den Weg näm-lich, in welchen unsere Vorfahren vor etwa sieben Jahrhunderten cinlcnktenund der drei bis vier Jahrhunderte später so schmählich verlassen ward. In demum jene Zeit aufblühcndcn Spitzbvgcnstylc spricht die kirchliche Kunst demPrincipe nach ihr letztes Wort, was indcß eine Fortbildung inS Unendlichenicht ausschlicßt, eben so wenig wie der Generalbaß den musikalischen Fort-schritt hindert, oder wie die endgültige Feststellung dcS Weltsystems in sei-nem Grundgesetze die Astronomen überflüssig und weitere Entdeckungen un-möglich macht. Das dreizehnte Jahrhundert konnte in Bezug auf dieArchitektur das in die Welt Hineinrufen, und cs hat dies denn
auch wirklich gethan. Die in den früheren Zeiten hierhin und dorthin ge-brochenen Strahlen sammeln sich in Einem Brennpunkte; ein eben so festesals entwicklungsfähiges Bildungsgcsetz ist gefunden; jeder Einzelheit ist Ortund Maß gewiesen und Alles fügt sich harmonisch zu einem schönen Gan-zen. Bei- aller Gleichartigkeit des Typus zeigen die Individuen die größteMannichfaltigkcit; Majestät ist mit Anmuth, kühnster Aufschwung mit beson-nenem Maßhalten gepaart: dazu jenes wunderbare Zusammenwirken der For-men, Farben, Lichter und Schatten; in allen Eontourcn und Linien derfeinste Formcnsinn; überall ein tiefes, geistiges Leben hcrvorqucllend, wel-ches Verstand, Phantasie und Begeisterung in wunderbarer Wcchscldurch-dringung abspiegelt. Das kolossale der cgyptischen, daS Glänzend-Zierlicheder griechischen, und das Gewaltiges, Kraftvolle der römischen Baukunsthat man in einen Schmelztiegcl geworfen und ein neues Element istdaraus hervorgegangen, von welchem die MischungStheilc nicht mehr zu