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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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-auch selbst eine kostspielige Schönheit, da wo cs sich um höhere, nament-lich um religiöse Zwecke handelt, mit der weisesten Oekonomic sehr wohlvereinbar. Das Schöne-öffnet nicht blos die Herzen, sondern auch dieBörsen und das Gcheimniß der unerschöpflichen Hülfsqucllen des Mittel-alters zu seinen zahllosen Bauten beruht vorzugsweise in ihrer Schönheit.ES ist in der Regel weit schwerer, das Wenige zusammcnzubringcn, was'ein ordinärer Bedürfnißbau erfordert, als den höheren Betrag für etwas in> seiner Art Vollendetes. Wenn irgendwo so sollte man hier den Wahl-spruch :Recht oder gar nicht" beherzigen. Natürlich dürfen alle derartigenUnternehmungen nicht in den gewöhnlichen Büdgct-Mcchanismus hineingc-zwängt werden, der nicht für Hellers Werth Passircn läßt, wenn nichtgleich die folgende Colonne die Deckung nachweist. Ein Gottesbau erfor-dert Gottvcrtrauen und wer auf Gott wahrhaft vertraut, der hat, wie dasSprichwort sagt, nie umsonst gebaut.

Stellt sich bei reiflicher Erwägung das Bauen als ein unabweisbaresBedürfniß heraus und handelt es sich um ein Werk von stiner gewissen Be-deutung, so ziehe man, in Ermangelung eines ganz erprobten Architekten,lieber Mehrere der besseren zu Rath und lasse sich von jedem einen Planunfertigen; unsere Vorfahren haben cs auch so gehalten, wie die altenBaurcchnungen auswciscn, und sie sind gut dabei gefahren. Schon das bloßeNcbcncinanderschcn verschiedener Entwürfe wird meist, selbst den wenigerKundigen, das Bessere treffen machen; in noch höherem Maße aber wirddies der Fall sein, wenn inan die Concurrentcn zn einer wcchscltigeuCritik ihrer Pläne veranlaßt. Uebcrhaupt lasse man die Critik möglichstfrühe cintrcten, damit sie nachher nicht zu spät kommt; wer gegen einsolches Vdrgchcn sich sträubt, der hat damit schon selbst seine Arbeit ge-richtet. Im Zweifel wähle man denjenigen Baumeister, welcher das Alteam besten versteht und am meisten ehrt und lasse sich durch dictatorischeSentenzen, selbst von Baubcamten mit volltönender Titulatur nicht irremachen. Solchen Herren ist nicht selten das Aufkommen des ächtenKirchenstyls ein Dorn im Auge, weil derselbe grade nicht ihre starke Seiteist, vielleicht auch weil er allzusehr au Dasjenige mahnt, was ihnen mitder heutigenAufklärung" nun einmal nicht verträglich erscheint.

Ein Baumeister von der rechten Art wird vor Allein das etwa noch vor-handene Alte so viel thunlich mit dem Neubau zu verbinden suchen. Nichtblos die Thürme, sondern auch wohl das Schiff, das Chor können zuwei-len ganz füglich erhalten werden und dein Neubaue dienen; hier kann einbisheriges Hauptschiff als Seitenschiff sungircn, dort eine Capelle, eineSacristei u. s. w. aufrecht bleiben. Unsere modernen Baukünstlcr, nament-lich die offieicllcn, zu deren Ideal die Gradlinigkcit und Gleichförmigkeit