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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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fortbcstchcn zu lassen; zu einem solchen Zwecke scheue man unter Umstän-den sogar ein bedeutenderes Opfer nicht. Mit wahrhaft unverantwortlichemLeichtsinn hat man bis jetzt mit alten Kirchcngcbäudcn aufzuräumen gepflegt,

' die ihre schwächliche, krüppelhafte Nachfolgerschaft noch recht lange hättenüberleben können. Um einen Platz zu gewinnen oder um das Dachwcrknicht weiter unterhalten zu müssen, sind nicht selten uralte Bauten vonhoher archäologischer Bedeutung wcggcfcgt worden; mit der Zerstörungjedes derartigen Denkmalcs reißt man gleichsam ein Blatt aus der Kunst-geschichte des Landes. Aber auch selbst aus Praktischen Gründen hat mansolches Verfahren nicht selten bitter zu bereuen gehabt; was heute über-flüssig scheint, ist oft nach kurzem Zeitvcrlaufe wieder geeignet, einem drin-genden Bedürfnisse abzuhclfcn.

Ist ein Neubau unabweisbar, so gilt cs vor Allem, einen guten. Plan zu bekommen. Wie sehr sich dieser Rath auch von selbst zu ver-stehen scheint, so hat doch die bisherige Erfahrung gelehrt, daß er gar oftfehlt oder doch zu spät kommt. Mit nichts hat man cs in der That, derRegel nach, leichter genommen als mit den Plänen. Man begnügt sichmit der Weisheit des nächstwohnendcn Communal-, vielleicht gar Wegc-oder Wasser-Baumeisters, falls nicht die Vorgesetzte Behörde etwas in ihren- Burcaur Auögearbcitetes octroyirt. Ob dem betreffenden Architekten auchnur eine Ahnung von den Erfordernissen und Traditionen des katholischenCultus cinwohnt, ja ob er dem Gottesdienste, für welchen er einen Tem-pel errichten soll, in seinem Leben auch nur einmal bcigewohnt hat, ob erein Verehrer der heidnisch-acadcmischen und ein Verächter der christlichenKunst sei, ob er jemals etwas ausgcführt, was eine Gewähr für ihnzu bieten geeignet wäre, wes Geistes Kind er überhaupt ist, (und in derKunst, wenn irgendwo, macht nur der Geist lebendig) um Alles daspflegt sich Niemand zu kümmern, falls der Mann nur eben mit Licht- undSchattenstrichcn und etwas Roth und Gelb ein Bildchen aufs Papier zubringen weiß, welchem die höhere Genehmigung zu Thcil wird. So sinddenn alle die größeren und kleineren Ungcstalten zur Welt gekommen,welche wie Kleckse auf unseren Landschaften liegen und aus deren Erschei-nung gewiß Niemand es crrathcn kann, daß sic dem schönsten und erha-bensten Cultus zu dienen die Bestimmung haben. Die Freimaurer lassensich ihre Logen nur von einemBruder" bauen und einrichtcn: sollen wirKatholiken gesinnungsloser sein? Die übliche Entschuldigung, daß diebeschränkten Mittel cs nicht gestatteten, sich höher zu vcrstcigcn, ist nichtstichhaltig. Die Schönheit an sich macht nicht theucr; ein schlichtes Bauern-haus von Holz kann schöner sein und ist es wahrlich nicht seltenals ein Palast, der Millionen verschlungen hat. Abgesehen davon ist aber