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ncn Beinamen von jener Familie führt, die solcher Classicität zuerst imGroßen die Bahn in die christliche Knnstwclt gebrochen hat, den Ccntral-punkt der s. g. Tribüne in der Gallcric des Palastes (Io»I'I1llirj, dem Sam-mclortc der Perlen dieser Gallcrie. An den Wänden ringsumher huldigender paphischcn Gottheit die edelsten Erzeugnisse christlicher Kunstbegeiste-rung: eine h. Familie mit der h. Catharina von Paul Veronese, die s. g.Madonna auf dem Picdcstalc, der h. Franciskils und Johannes der Evan-gelist von Andrea dcl Sarto, mehrere der schätzbarsten Werke Raphacl's,worunter der junge h. Johannes in der Wüste, zwei h. Familien, dannvon Correggio die h. Jungfrau, ihr göttliches Kind anbctcnd u. s. w.,zwischendurch crschciucn dann auch noch einige vcrbuhltc Venusbildcr vonTizian — äls ob es an dem gemeißelten in der Mitte und dem Faunedaneben nicht genug des Hohnes auf die hehre Umgebung wäre! Undcs werden diese Säle nicht blos von der blastrtcn InuUe volüo durchlorgnct-tirt, an der am Ende nicht sonderlich viel zu verderben ist und auf derenabgestumpfte GcschmackSncrvcu die „pikanten" Contrastc zunächst berechnetsein mögen — auch der noch unverdorbene, gesunde Thcil des Volkes, jadie weibliche Unschuld wird von den Reisehandbüchern dorthin vorzugs-weise gewiesen, um die Gipfelpunkte aller Kunst anzustauncn. Das ge-hört zu deu Früchten des viclbclobtcn Ariomcs; I'art ponr I'arl! — Dertätowirtc Südsceinsulancr hat ganz gewiß mehr Vcrständniß für das Hoheund Heilige, als so ein Kunstfcinschmceker des lOtcn Jahrhunderts. Wel-ches die Tendenz eines Kunstwerkes ist, ob cs versittlichend, erfrischend, er-hebend wirke, oder ob cs dem Laster Vorschub leiste, ob cs irgend welcherIdee diene, ob cs eine locale, eine geschichtliche oder sonst eine Bedeutunghabe oder nicht, das Alles wird keiner Beachtung wcrth gefunden; nurdaS materielle, scnsualistischc'Moment fällt in die Wagschale: mit gewich-tigen Kennermienen erörtert man die Correccheit der Zeichnung, Pinsclfüh-rung und Anatomie, spricht von Localfarben, Lasuren, Tönen, Tinten, Jm-pasto u. dgl. in.; ob Blut, Leben, Seele, Geist, Genie vorhanden sind,kommt gar nicht oder doch nur ganz nebenher in Betracht. Ich weiß rechtwohl, daß die Kunst nicht dazu da ist, um Moral und Katechismus zudocircn; noch weniger aber ist sie ganz gewiß für das Gegcnthcil da, undirgend Etwas muß am Ende doch auch die Kunst dienen: soll dieses Et-was vielleicht der Mammon, die Genußsucht, die Gott- und Glaubens-losigkeit sein? In diesem Falle befindet sie sieh allerdings ganz auf deinrechten Wege; cs ist derselbe, welchen die Philosophie wandelt, deren Höhe-punkt in dem Satze liegt, daß Heidcnthum und Christcnthum wesentlichauf Einer Linie stehen, von gewissen Acußcrlichkcitcn abgesehen, identischsind. Man sollte fürwahr glauben, die Zeit könnte nicht mehr allzufcrne