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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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vordem die den Glauben und die Geschichte des Volkes zurückspicgclndcnKathedralen und Rathhäuscr mit Standbildern gleichsam bevölkert hatte,bcschied sich durchgängig, die Marmorkamine mit Porcellanfigürchcn undNippsachen auszustattcn oder, wenn cs hoch kam, Schnörkelpaläste mitMuschelwcrk, Töpfen und Guirlandcn zu garnircn; die Architekturstülpte den der Verwüstung entronnenen Thürmcnwelsche Hauben" aufund modelte diealtfränkischen" Kirchen bestmöglichst nach dem Muster derVersailler Palastcapcllc zurecht, während die Malerei sich in Nuditätengütlich that, frostige Allegorien imaginirtc und den Olymp mit allen sei-nen Göttern und Göttinnen auf die Leinwand herabzog.

Den Saturnalicn des Absolutismus und der Ucppigkeit folgten dieSaturnalien der Rache und dcö Blutdurstes auf dem Fuße. Um demchristlichenAberglauben" zu entgehen, warf man sich der widerlichstenFratze des Heidenthums in die Arme. DieGöttin der Vernunft" erwiessich indcß nicht als sonderlich geeignet, Ideen zu inspiriren, am wenigstenkünstlerische. Als endlich das Fieber der Abgcspannthcit wich, nahm einstarrer Mechanismus die chaotischen Elemente gefangen; der gewaltige Bän-diger und Erbe der Revolution war ein wesentlich mathematisches Genie.DaS Höchste, wozu unter ihm die Kunstübung sich zu erschwingen ver-mochte, bestand in einer geistlosen Nachahmung einiger Äußerlichkeiten desalten Römcrthums; im Allgemeinen setzten die aufgeklärten Geister das Zer-störungswcrk der Sansculotten, nur in etwas methodischerer Weise, fort.Wenn die Commune von Paris zur Zeit der Schreckensherrschaft die Schlei-fung aller Thürmc der Stadt beantragt hatte, weil dieselben gegen denGrundsatz der Gleichheit verstießen, wenn selbst ein Straßburger Münsternur seiner Masscnhaftigkcit und der ihm aufgesetzten Frciheitsmütze seineErrettung verdankte, so steht darum der nachfolgenden Zeit doch kaum einRecht zu, Anklage deswegen zu erheben: durch Verstümmelungen und Ver-unstaltungen aller Art hat sic dieses Recht verwirkt; das polizeiliche Principder Gradlin igkcit ist der monumentalen Schönheit der Städte unend-lich viel verderblicher geworden, als die Brutalität des aufgewühltenPöbels.

Ein analoges Princip ward von Staatswcgcn gegen die Kirche über-haupt zur Anwendung gebracht. Die Regierungen glaubten gegen dieselbe,nachdem die Sturmfluthen der Revolution abgclaufcn waren, eine ArtStrandrecht üben zu können. Was ihr noch an Hab und Gut gebliebenwar, zog der Fiscus unter dem so zeitgemäß klingenden Titel der Säkula-risation an sich; diejenigen kirchlichen Bauten indeß, welche nicht füglichauf den Abbruch oder sonst verkauft werden konnten, überließ man groß-müthig den meist ebenfalls ausgcplündcrtcn Gemeinden, natürlich zugleich