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gm hatte. Kein Wunder, daß unsere Professoren (der Herausgeber der„Künstler-Briese" Herr Ernst Guhl gehört auch diesem ehrcnwcrthcn Standean) der akademischen Jugend solche Erscheinungen als Musterbilder Vor-halten!
Wie man im Verfolge immer gieriger aus dem Taumclkclchc des Hci-dcnthums trank, so lockerten sich mehr und mehr die Bande der Ordnungauf allen Gebieten.' Insbesondere ward Florenz, welches für das AthenItaliens zu gelten trachtete, der Mittelpunkt jenes Proccsscö, woriwdie dünkclvolle Buchstabcnweiöhcit der aus Constantinopcl vertriebenemProfessoren, Rhetoren und Sophisten hauptsächlich als Ferment mitwirktc.Schon einmal unter dein Pontifikate Gregors Ilk. bis zu dein von Leo III.hatte Italien von Ncu-Rom aus einen Anstoß erhalten, damals jedoch imentgegengesetzten Sinne. Damals waren cs nämlich künstlerische, der Wuthder Bilderstürmer entronnene Mönche, welche mit ihrem Wissen und Könnendcmüthig in den Dienst der italienischen Klöster und Kirchen traten und dieTraditionen des Orients mit denen des Occidcnts zu verschmelzen trachteten.
Aus den Palästen der Mediceer drang die Ncucrungssucht selbst bis zumSitze des Statthalters Christi, um sodann von hier aus die Wanderungdurch die katholische Welt anzutrctcn. In der damaligen Fülle von Machtund Herrlichkeit ahmte man nicht, daß die Säkularisation der Kunst undder Wissenschaft zur Säcularisation der Kirche den Weg zu bahnen, ihretiefsten Principicn und ihren Organismus zu gefährden vermöchte, ja daßsogar das menschliche Vcrständniß gefährdet ist, wenn die Wissenschaft unddas göttliche Vcrständniß sich scheiden.*) Umstrickt von den trügerischenReizen der Antike, verlor man den Zielpunkt aller wahren Kunst immermehr aus- den Augen; man vergaß, daß den Formen Ideen entsprechen pman vergaß, daß durch Christus alle Dinge im Himmel und auf Erdenerneuert worden („instauraro omnia in (llnisto, giu>6 in eoolis atguo interra sunt." DP. all üchlios. I. 10.), daß das Erlösungswcrk auch die Kunstfrei gemacht und ihr die Bahn gewiesen, auf welcher der geschaffene Geistdie Wiederherstellung seiner ursprünglichen Beziehungen zum Schöpfer, demewigen Borne des Schönen, wie des Wahren und Guten anzustrcben habe.Der unendliche Gesichtskreis, welchen das Christcnthum, kraft seiner Uni-versalität und seiner tinerschöpflichen Lcbcnsfülle, der Kunst eröffnet hatte,schwand immer mehr zusammen; ihre Quellen im Innersten des Menschenversiegten mit seiner Liebe, seinem Glauben, ja selbst seiner Einbildungs-kraft; die Form überwältigte die Materie, das Fleisch den Geist. Währendin den ersten christlichen Jahrhunderten, gleichsam um vorerst zu sühnen.
-) „ätscjue le emin sspere, Deus meus, csl (losipo'e." 8. August, meckil. cr>>>. 5.