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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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kunst dcs Mittelalters im Beginn unseres Jahrhunderts in Berlin zu er-freuen hatte, während anderwärts die Aesthctikcr schlechthin gar keine Notizmehr von beiden nahmen. Es ist gut und trostreich, sich solche Stand-punkte zu vergegenwärtigen; man sicht dann so recht deutlich, um welcheStrecke Weges wir doch bereits vorwärts gekommen sind. Allein glaubeja Niemand, daß wir schon im rechten Fahrwasser unö befänden. UnsereGebildeten" stehen noch durchweg, wcuigstenö mit Einem Fuße, im Jahre1799; man braucht nur in den Tageblättern und Zeitschriften lwoher be-kanntlich dieBildung" vorzugsweise bezogen wird) die RubrikKunst"ins Auge zu fassen und man wird finden, daß hier blos von Sängern,,Malern, Schauspielern und Tänzern, beiderlei Geschlechts, auch wohl nochetwa vonlebenden Bildern" die Rede ist, so gut wie niemals aber voneinem alten Baudcnkmale, welches vielleicht nur noch eben kümmerlich seinDasein fristet, weil zu seiner Unterhaltungkeine Fonds vorhanden sind,"oder auch von einem neuen, aus welches Hundcrttauscnde verwendet wer-den, um die betreffende Stadt auf Jahrhunderte hinaus zu verunzieren.Es ist dies auch kaum zu verwundern, so lange unsere Bauakademien derHort der Viclwisscrei und der Halbkvnnerei sind, welchen denn als beque-mes Ruhekissen der beliebte EklekuciSmus dient, der in erhabener Unpar-teilichkeit Jedem das Seine nimmt, ohne doch jemals zu etwas Eigenemzu gelangen. Eben so wenig verwunderlich ist cs, daß solcher Schwächegegenüber die Malcracadcmicn sich übcrhcbcn und dem Pinsel die Supre-matie über den Zirkel zu erobern oder vielmehr zu sichern trachten.

ES handelt sich hier um einen Cardinalpunkt von eminent praktischerWichtigkeit, weshalb ich denn auch nicht umhin konnte, der auf den erstenBlick recht Plausibel» Ausführung in den historisch-politischen Blättern ent-gcgenzutretcn. Der Verfasser derselben ist sich übrigens insofern nicht ganzconscquent geblieben, als er hinsichtlich der Behandlung der Farbenfcnstcrunbedingt dem von mir crthcilten Rathe bcipflichtct, daß man sich vorAllem die fundamentalen Principicn der Alten zu vergegenwärtigen, dannaber auch nicht minder in Betreff der Ausführung ohne alle künstlerischePrätension in ihre Fußstapfen wieder einzutreten habe. Warum sollte denn,darf ich wohl fragen, die Wandmalerei privilcgirt vor der Glasmalerei sein,warum sollte der ersteren gestattet sei», ihre neueren Errungenschaften inungebundener Concurrenz mit der Architektur geltend zu machen, der letzte-ren aber nicht? Ein innerer, sachlicher Grund für eine solche Unterschei-dung wird wohl schwerlich artikulirt werden können. Allerdings steht die