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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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Terz des Dreiklangs verdoppeln,*) und als Grundnote im Basse, als demFundamente der Harmonie, darf in solchem Falle weder Terz noch Quinte,sondern nur der Grundton genommen werden, wie denn der Grundton die Tonica überhaupt das ganze Tonstück durchwaltcn muß undihm alle anderen Intervalle uckd Töne der Scala als BegleiterinnenalsDienerinnen sich unterzuordncn" haben, soll die wahrhaft har-monische Einheit der Composition nicht verloren gehen. Ich bin dem-

nach wohl vollkommen berechtigt, jenes Gleichniß für den von mir aus-gestellten Satz geltend zu machen, welcher meines Erachtens tief imWesen des Kunstschönen wurzelt. Sobald mehrere Künste zu einer Auf-gabe Zusammenwirken, ist es allerdings nöthig, daß Eine dominirt unddie andern sich unterordncn: handelt es sich insbesondere um ein Baudenk-mal, so fällt jene Rolle der Architektur zu, die Malerei und die Sculpturmüssen in die zweite Linie zurücktrctcn; sie haben das Gesetz zu empfangen,nicht zu geben. So wenig die moderne Kammermusik in die Kirche ge-gehört, obgleich dieselbe unläugbar in mehr als Einer Hinsicht entwickelterund vollendeter ist, als der mittelalterliche Choral, eben so wenig eignensich gewisse Errungenschaften unserer Maler und Bildhauer zu monumen-talen Zwecken. Auf dem Kunstgebictc ist alle Vollkommenheit relativ, dasWie ist da immer bedingt durch das Wo; was z. B. auf der Staffeletprciswürdig ist, wird auf einer Wand leicht das ästhetische Gefühl tief ver-letzen, eben weil hier die Bedingungen ganz anderer Art sind; der Bau-meister, welcher eine Gcmäldegallerie bauen soll, hat sich nach den Bildernzu richten; der Maler, der einen Bau ausmalen soll, nach dem Gedankendes Baumeisters. Diesem Gedanken gegenüber muß im letzteren Fallealles Andere nur als Zuthat erscheinen, als Mittel, denselben klarer, schär-fer, glänzender hcrvortrcten zu machen. Die monumentale Malerei ist, mitEinem Worte, wesentlich verschieden von der Kabinctsmalcrci, sowohl inBetreff des Ausgangs- als des Zielpunktes. Die Behandlungsart mußdaher auch nothwcndig für beide eine verschiedene sein, insbesondere hatsich die monumentale Malerei aus sich selbst, auf ihrem eigenen Grundund Boden zu entwickeln. Zu diesem Ende muß an jener Periode wiederangcknüpft werden, welche principiell durchaus correct ist, an die früh-

*> Noch zu Palestrina's Zeit und lauge nachher galt für dcu strengen Styl sogar dieRegel, daß im Anfangs- und oft genug auch im Schlußaccorde die Terz des Grundtonsgar nicht gehört werden durste.