schleudert zu haben; schon sicht er in der Ferne die Scheiterhaufen lodernund seine Angst wird so groß, daß er, wie wir gesehen, um dem „Schreck-lichen" zu entfliehen, selbst kein Bedenken trägt, dem „Lächerlichen" indie Arme zu rennen. — Aber die starken Geister mögen sich beruhigen;so gefährlich ist die Sache in der That nicht. — Ist von mir dochsogar ausdrücklich zur Vcrthcidigung der Begründer und Förderer der„Renaissänec" angeführt worden, daß sic die Falschheit oder doch dieTragweite des PrincipS, dem sie dienten, nicht erkannt hätten. Wasaber Shakespeare insbesondere betrifft, welchen unser Kritiker in den Kaufgegeben (denn in den „Fingerzeigen" ist seiner nirgendwo gedacht), so binich bereit, Wort vor Wort zu unterschreiben, was Joseph von Eichen-dorff (doch gewiß ein vollwichtiger „Ultramontancr"!) über den in denDramen jenes Dichtcrheroö „unsichtbar und doch unverkennbar waltendenchristlichen Geist" (Zur Geschichte des Dramas S. 212) sagt, fallssolches irgend Jemanden hinsichtlich der ultramontanen Tendenzen zur Be-ruhigung gereichen könnte. Aber freilich, es wird Alles vergebens sein;die Ultramontanen sind nun einmal als Feinde des Lichtes in jeglicherGestalt und Farbe gestempelt, und sie werden sich wohl bescheiden müssen,als solche noch eine gute Weile zu cursircn, bis die Zeit kommt, wo dasEntweder-Oder, um welches es sich im tiefsten Grunde handelt, auch demblödesten Auge klar wird.
Auf die endlich noch an mich gerichtete Frage: „was denn geschehensolle, wenn ein volksthümlichcr Inhalt des Bcwußseins, eine sittliche Tra-dition, eine feste Form des Kultus nicht vorhanden sei," lautet, wie obenbereits angcdcutet worden, die Antwort ganz einfach dahin, daß cS danngilt, alle Hebel anzusctzen, um die Betreffenden aus solcher Versunkenheit,wohinein der ohnmächtige Rationalismus sic zu allermeist gebracht, wiederaufzurichtcn, und daß cS zu diesem Zwecke keinen wirksameren Hebel gibt,als den christlichen Glauben; die unter seiner Inspiration stehendeKunst aber hat einen nicht unerheblichen Thcil dieser Mission zu erfüllen.
Zum Schluffe seien noch einige Bemerkungen gegenüber einer anderenBesprechung der „Fingerzeige" in den Münchner historisch-politischen Blät-tern (Bd. XXXV. S. 95 fgg.) gestattet, welcher ich übrigens in jeder Be-ziehung zu Dank verpflichtet bin. Hier handelt cS sich nicht um einenprincipicllcn Gegensatz, sondern lediglich um eine Meinungsverschiedenheitin Betreff eines einzelnen, allerdings nicht unwichtigen Punktes, um dasVcrhältniß der Architektur zur Malerei nämlich, insbesondere um die Frage,