Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
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Sehnen, das selbst des Besitzes spottet, waren allerdingsfür immer dahin; allein eine linde Freundschaft, wie siein keiner anderen menschlichen Verbindung sich kundgibt,und wie sie nur zwischen Ehegatten denkbar ist", war soplötzlich in Constanzens und Godvlphins Herzen entspros-sen, daß es schien, als wäre es durch ein Wunder geschehen.Erfahrung früherer Jahre hatte zudem unseren Heldengelehrt, wie unhaltbar und schwach alle früher von ihmgeschloffenen Verbindungen sich auswiesen. Es setzte ihnin Verwunderung, als er nun allein mit Constanzen weilte,als diese in ihrer Zärtlichkeit ihm die Vergangenheit zu-rückrief, durch ihre Gcistesfülle ihm die Gegenwart er-heiterte und seine Phantasie ihm dabei noch immer eineanmuthige Zukunft vorspiegclte, daß er so lange Zeit hatteunempfänglich gegen die Segnungen einer Gemeinschaftscpn können, die ihn jetzt so glücklich machten. Freilichsah er die eigentliche Ursache davon nicht ein, die aller-dings nur darin bestand, daß Beider Neigungen und Ge-fühle, abgestumpft durch jene Täuschung, die ein Kind derErfahrung ist, sich jetzt mehr denn jemals gegenseitigineinander fügten und für einander wirksam seyn wollten;,daß Constanze williger ihres Gatten Schilderungen einestdcalischen und falschen Epiknrismus lauschte, und daßGodolphin nicht mehr spöttisch , sondern mit Freundlich-keit die feurigen, politischen Entwürfe, die weltsinnlichenPläne und die peinlichen Nückerinncrnngen der intrigucn-reichen Constanze belächelte. Znm Glücke für Letzterestellte sich die Zeit auch so heraus, daß Männer, die nie