Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
90
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so , glaubte Constanze, müßte eine reinere und Verständi-gere Verehrung sich feststelleu, Zu Zeiten des alten fran-zösischen „i-öxiiu,-" dachten gewiß viele Frauen gleichConstanzen, aber keine von ihnen h and eltc wie diese —besonnen und zweckdienlich. Welch ein treffliches undwarnendes Gemälde ist in den unterhaltenden Memoirendes Grafen Segnr ausgestellt; wie bewundernswürdigentwickelt dieser anmuthigc Schwätzer den (Geisteszustandder AdelSschast Frankreichs! — „lustige Tadler der altenGebräuche" — „bezaubert durch die Philosophie Vol-taire's" — „Verspotter des alten Systems" - „Anhän-ger der durch ihn selber zur Mode gemachten Liberalität,betritt dieser Adel fröhlich einen Boden, der mit Blumenbedeckt den Abgrund, den er enthält, verbirgt!" Zu Eng-land gibt es weniger Blumen, und der Abgrund wirdweniger furchtbar seyn.

Durch ihre, in ihrer Ehe mit Godolphin erfahreneTäuschung, und durch den geringschätzendeu Groll, den siegegen die Vergnügungen hegte, durch welche der Gemahlvon ihr weggelockt ward, steigerte sich in Constanzen derWiderwillen gegen die Sitten einer frivolen Vergesell-schaftung , und festigten und eoneentrirtcn sich ihre Ta-lente für politische Zntrigue, Ihr Gcmnth ward nachund nach männlicher; ihr Auge brannte in ernsteremFeuer, ihr lieblicher Mund war minder verschwenderischmit seinem Lächeln, und die Würde, die sie von jehergezeigt hatte, wurde starrer und gebieterischer.

Diese Umwandlung war einer Annäherung Godol-