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Zweiundfttnfzigstes Kapitel.
Radclyffe und Godolphin halte» Zwiesprach mit einander. —Die Verschiedenheit des Ehrgeizes. -
„Ich weiß nicht/' sagte Godolphin eines Tages zuRadclyffe, als er mit diesem auf den grünen Ebenen ritt,von denen die Hauptstadt sich umringt sicht — „ich weißnicht, was ich heut Abend mit mir anfangen satt. LadyErpingham ist nach Windsor gefahren; zum Essen bin ichnicht eingeladen, und Bälle find mir langweilig. Wollenwir Beide mitsammen essen und daun ruhig das Theaterbesuchen, wie wir es wohl vor zehn Jahren einmal thaten?"
„Herzlich gern, — und das Theater — gefällt esIhnen noch immer? Mich dünkt, ehemals glüheten Sieleidenschaftlich dafür."
„ES ist mir noch leidlich lieb," antwortete Godolphin,„doch hat es seinen eigentlichen Glanz nicht mehr fürmich. Ich bin trübselig wählerisch worden. Ich verlangeein vollendetes Spiel — ein unübertreffliches Bühnenwerk;ei» kleiner Fehler, eine leise Abweichung vom Natürliche»raubt mir alle Freude am Ganzen."
„Das begegnet Ihnen bei alle» anderen Dingen,"sagte Radclyffe halblächelnd.
„Recht," meinte Godolphin gähnend; „aber habenSie meinen neuen Cauova gesehen?"
„Nein; ich kümmere mich nicht um Bildsäulen, undverstehe mich nicht auf die schönen Künste."