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Achtundvierzigftes Kapitel.
Kein Erdenbüubniß vermag widerstrebende Gemüther zu vereinen.
Wochen vergingen, und cs schien, als ob Godolphinsich über das mißliche Geschick Lueilla'S beruhigt hätte.Es lag nicht in seinem gelassenen und hinbrütenden We-sen, viele Regung zu zeigen : oft aber und selbst in Con-stanzens Bciseyn hing eine Wolke ans seiner Stirn, unddie Anfälle von Zerstreutheit, die er von jeher gezeigthatte, waren jetzt häufiger als sonst an ihm wahrznneh-men. Constanze, die seit Jahren an die ämsigsten nnd in-nigsten Bezeignngcn von Aufmerksamkeit gewöhnt war,fing jetzt an, da sie allein mit Godolphin lebte, dieselbenzu vermissen; denn Godolphin konnte ein leidenschaftlicherund romantischer, jedoch kein sonderlich zuvorkommenderLiebender seyn. Für die .-«im»" hatte er keinen
Sinn. Freilich haben diesen Sinn wenige Ehemänner;auch ist er den Ehemännern im Allgemeinen nicht noth-wendig. Constanze jedoch war kein gewöhnliches Weib;sie liebte herzlich, aber auch gemäß ihrer Natnr, — wieein stolzes und Rücksicht heischendes Weib lieben muß.Ihr sonst hoffärtiger Schritt ward für Godolphin furcht-sam und wach; sie war stets die Erste, die dem Gatte»entgegen eilte, wenn er von seinen einsamen Streifereienheimkehrte. Er lächelte sie dann mit seiner gewohntenMilde, jedoch nicht so dankbar an, als Constanze meinte,daß er es müßte. Wirklich war er viel zu sehr an die