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Einundvierzigstes Kapitel.
Lucilla.— Die Einsamkeit.— Der Zauber. — Der Traum undder Entschluß.
Während die erwähnten, für Lucilla so verhängniß-vollen Ergebnisse sich zu Rom zutrugen, hielt die TochterVolkmans einen schmerzlichen Verkehr mit ihrem leiden-schaftlichen und ruhelosen Herzen, an dem User des See's,dessen ruhiger Silberspiegcl eben dem Gemüthe Hohnsprach, das in glücklicheren Momenten von ihm zurückge-worfen worden war. Lucilla hatte nun die Folterlast derZeit durch den Winter hindurchgeschleppt, und der früheund linde Frühling uahete heran, sänftigte die Fluthender Gewässer und winkte Leben in die Aeste und Zweige.Früher hatte diese Jahrszeit einen geheimnißvolien undernsten Reiz für Lucilla gehabt; — jetzt waren für diesealle Stimmen des Lenzes stumm. Der Briefe Godolphinsan sie waren so wenige, und sie gaben sich in Vergleichungmit seinen früheren Zuschriften so gezwungen in ihrer Ab-fassung, daß die für jedenJmpnlS stets empfängliche, undfür abgeschlossene Hoffnungen untüchtige Tochter desSterndeuters in ihre thränenvvllc und muthlvse Nieder-geschlagenheit keine andere Abwechslung, als die Paro-rhsmen des Zweifels, der Eifersucht und der Verzweiflung,zu bringen wußte.
Es ist die alltäglichste Erscheinung von der Welt, daß,wenn wir einmal ansingen einem Menschen Unrecht zu