Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
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Innern nichts mehr, als das Bret fühlt, auf welchen, wirstehen; wahrscheinlich denkt ste an unsere Abendgesell-schaft» und doch wird sie nach Endigung ihrer Scene fra-gen: „Hab' ich nicht gut gespielt?"

„Ei! sie wird doch fühlen, indem sie eine Gefühlvolledarstell't?" meinte Radclyffe.

„Nimmermehr! Schon vor Jahren sagte sie zu mir,die ganze Kunst des Komödienspielens wäre Blendwerk;und Blendwerk, Blendwerk, Blendwerk ist sie so auf derBühne wie in der Welt. Mit der edlen Redekunst (edelfürwahr!) geht es eben so. Philosophie, Poesie — Alles,Alles eitel Heuchelei! 'Hol der T*'l den Vollmond!' sagteLord Byron zu mir, als wir in Venedig zu ihm hinauf-schaueten, 'so oft er scheint, verursacht er mir Fieber-schauer, doch Hab ich ihn in meinen Gedichten hübschgeschildert; nicht wahr, Godolphin?'"

„Aber —" begann Radclyffe.

„Kommen Sie mir mit keinem Aber," unterbrachihn Godolphin mit jener scherzenden Hartnäckigkeit, derer so viele Anmuth zu verleihen wußte. „Sie sind jüngerals ich bin; wenn Sie so lange gelebt haben werden alsich, mögen Sie ein Recht haben, meinem Systeme zuwidersprechen — eher nicht."

Godolphin brachte den Abend bei der Schauspielerinzu. Fanny's Leben war, wie Godolphins, dem Vergnü-gen gewidmet. Sie verschwendete daran, im Berhältnißzu ihren Mitteln, eben so viel als Godolphin; nur fehlteihr dessen Geschmack und Feinsinn dabei. Großmüthig und