Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
81
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es wäre dieß unserer Thorheiten grüßte. Werden Sieuns nicht heute eine Ihrer entzückenden Abendgesellschaftengeben?"

„Ei freilich! Ihr Freund wirdTheil daran nehmen;war er doch ehemals einer der Heitersten unter den Heitern.Jahre und Ruhmsucht haben ihn freilich ein wenig ver-ändert —"

„Heiter! Radclyffe heiter? Posten!" rief Godolphinverwundert.

„Ja, ja, es mag Sie in Erstaunen setzen," sagteFanny; „doch bemerken Sie nur sein Lächeln — es gibtZeugniß von früheren Tagen."

Als Godolphin sich dem Freunde zuwendetc, sah erwirklich auf den dünne» Lippen jenes ernsten Gesichtes einso munteres, so freudevolles Lächeln, daß es schien, als obdes Mannes ganzer Charakter dahin wäre; jedoch währendGodolphin hinblickte, verschwand das Lächeln, und Ra-dclyffe lehnte ernsthaft die Einladung ab.

Cora war jetzt vor de» Lampen; ein donnernder Bei-fall erscholl durch das Haus.

„Wie schön sie spielt!" sagte Radclyffe mit Wärme.

„Ja, ja," versetzte Godolphin, der mit verschränktenArmen gelassen zusah; „aber welche Lehre über dasmenschliche Herz gibt uns dieß gute Spiel! BeobachtenSie das blitzende Auge, die wallende Brust, den Ausbruchder Leidenschaft, die ergreifende Stimme, die Zuschauerin Thränen! Des Weibes ganze Seele scheint in ihremKinde zu seyn — Nicht rühr' an! Sie fühlt in ihrem

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