Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
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konnte er den Hofmann spielen. Er bewunderte die Weisedes Monarchen, er huldigte dem klaren Verstände dessel-ben ! gewohnt aber, wie er es war, dem GesellschaftskreiseGesetze porzuschreiben, war er zn stolz, dergleichen voneinem Andern zu empfangen — ein gewöhnlicher Fallunter denen, die durch Recht, nicht in Folge von Duldung,mit den Großen leben. Sein Stolz ließ ihn fürchte», füreinen Parasiten gehalten zn werde»; und zu ritterlich, umnicht streng loyal zu seyn, war er zu hochfahrend, umunterthänig seyn zu können. Wirklich war er durchausDaS, was „ein großer Aristokrat" genannt wird — einZustand, der durchaus von dem eines Nachtreters einesHöheren verschieden ist; und um mit Erfolg ein Hofmannzu seyn, ward Godolphin nicht weniger durch den ihm in-wohnenden Stolz, als durch die cynische Philosophie be-hindert, die er sich angeeignet hatte.

„Anfänglich war der König höflich genug gegen LadyCrpinghams Gemahl; doch fehlte es ihm nicht an Scharf-blick, zu gewahren, daß er von diesem nicht nach Gebührbewundert ward; wogegen Godolphin bei der ersten Aeuße-rung von Kaltflnn auf Seiten Seiner Majestät, froh,einen Vorwand zu haben, den Hof abschwur, und seineGemahlin allein der Ehre der königlichen Gastfreundschafttheilhaftig werden ließ. Die Welt hätte gern allerlei Argesdaraus heransgewittert, allein Constanzens Schönheit warvon Dem umringt, was von einem unserer Poeten dereines Engels zngeschrieben worden ist — „sie fesselte dasHerz, erhielt jedoch die Sinne in Ehrfurcht."