Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
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Constanze erröthete und klemmte ihre Lippen.

„Entwürdigung!" fuhr Godolphin fort, „weshalbEntwürdigung? Sie freuen sich ihres Daseyns; sie leitenaus dem Leben dessen eigentliche Moral her; sic fühlenihre Endlichkeit, folgen den allgcmeinen-Ncigungen der-selben, sind leichtherzig, zufrieden und — sterben, Sey diesimmerhin Entwürdigung; womit aber willst Dn es ver-tauscht wissen? Weit der hartherzigen, kalten, wilden Straf-barkeit des alten Roms? mit dem abscheulichen Heuchel-st»», der geheimen Bosheit, dem niederträchtigen Trugeund Morde, womit jenes republikanische Venedig sichbrandmarkte? Die Tage des Ruhmes, welche Du zurück-crsehnst, sind die Tage der strafwürdigsten Missethat, undden Mann schaudert, wenn er von dem liefet, was schöneMoralistinnen für Italien wieder zurück crsenfzen mögten."

„Du bist zu streng," sagte Constanze schmerzlich.

„Verzeih mir, Thcuerste, Du bist oft streng gegenmeine Empfindungen." >

Constanze schwieg. Der Zauber des Sonnenunter-ganges war vorüber. Man ging gedankenvoll, und etwaskühl gegen einander nach Hanse.

An einem anderen Tage, an welchem es zu rcgnigwar, als daß man hätte ansgehcn können, sagte Godol-phin, nachdem er lange schweigend und sinnend dagcseffenhatte, zu Constanzen, die ämsig an ihre politischen FreundeBriefe schrieb, in denen sie Italien und die Liebe vermied,dagegen aber über das geschäftige England und dessen end-lose Politik sich ergoß —

Bulwer's Romane. I.xxx.

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