Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
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„Mögtest Du mir etwas verlesen, Constanze? Ichbi» heute so sehr traurig gestinimt; es mag von, Wetterherrühren."

Constanze legte ihre Cvrrespondenz weg und nahmeines von den rieten Büchern, die auf dem Tische lagen.Es war ein Band von einem der beliebtesten vaterländi-schen Dichter.

„Mir ist alle Poesie zuwider," ließ Godolphin sichläßig vernehmen.

„Hier ist Macchiavcl's Geschichte des Fürsten von.Lueea," sagte Constanze lebhaft. .

„Recht so, die lies und erkenne, wie gehässig der Ehr-geiz ist."

Und Constanze las, erglühte aber für das, worüberGodolphin höhnisch die kippe aufwarf. Das Thema weckteihn inzwischen ans seiner Apathie; und sofort begann ermit all der Beredsamkeit, die er anfbieten konnte, sobalder einmal angeregt war, die Lehrsätze seiner besonderenPhilosophie zu verfechten. Constanze hörte ihm zu undward hingerissen: sie sympathtsirtc nicht mit der Denk-weise, aber sie war entzückt von dem Genius, der dieselbebekleidete.

„Ha!" sagte sie, „warum sollten diese strahlendenWorte so gesprochen sehn und für immer verloren gehen?Warum sie nicht ans die lebendige Blattseite tragen, oderwarum sie nicht in jenem Rednersaal erschallen lassen, dersie glorreich und Deine Worte unsterblich machen würde?"

„Allerliebst!" rief Godolphin lachend; „das Haus