Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
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feurige Liebe Lneilla's gewöhnt worden, als daß irgendein Beweis von Zärtlichkeit bei Constanzen ihn hätte über-raschen können. So fühlte Constanze, zu stolz um eineKlage zu äußern, oder nur anzudeuten, sich fortwährendverletzt, und lehrte daher nach und nach ihrer Liebe (ob-schon fle darum ihren Gatten nicht weniger liebte,) sick-verborgener zu halten. O über die verwünschenswertheGeheimthuerei der Weiber, durch die sie sich selber dengrößten Nachthcil bereiten!

Auch Godvlphin hatte über Täuschung zu klagen. InConstanzens Charakter lag etwas so Klares, so Reingei-stiges, daß man zu Zeiten wünschte, an ihr irgend einemenschliche Schwache, irgend einen milden, warmen Zrr-thuin als einen Rnhepunkt wahrzunehmen. Blendend undrein wie der Schnee, that fortwährender Hinblick auf sieden Augen so Weh, als ob diese auf Schnee schaueten.Während ihrer unznsagenden Ehe hatte sic ihren Geistin höchstem Grade ausgebildet; wenige Weiber kamen ihran Vorzügen gleich : man konnte sie eine Gelehrte nennen;ihre Unterhaltung stoß stets in immcr klarer, blumig-benferter Strömung. Es konnte kaum ein vergeistigteresWeib, als Constanze war, geben ; in ihrem Charakterwar kein Zug, keine Neigung, worüber ein Sinnlichkeits-mensch jemals hätte spvttlächeln können. Ihr Herz wargänzlich Godolphins Eigenthnm; ihr Gemüth edel, mit-fühlend, erhaben; ihre Persönlichkeit unvergleichlich inder Majestät ihrer Anmuth; dies Alles aber gehörte Go-dolphin an'— dennoch fehlte stets das ewige Etwas.