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lind Lucilla las jedes Wort dieses Briefes! Wie sounmöglich ist cs der Sprache, die Angst, die hoffnungslose,unoertilgbare Verzweiflung zu schildern, die in des armenMädchens Herz sank, als sic zu Ende gelesen hatte. Alles,was für sie das Leben an Frieden oder Freude hatte oderhaben konnte, war für immer verwittert! Als sie an dieletzteren Worte kam, beugte sie schweigend ihr Haupt überdie Schrift hin, und fühlte, wie wenn ein mächtigerFelsblock sich auf ihr Herz gelegt hätte und es zu Staubzermalmen wollte, Hätte das Schreiben nur einen ein-zigen unsrcundlicheu oder tadelnden Ausdruck über sic ge-äußert, so würde darin einiger Trost — irgend ein Vcret-niguugspuukt, wie kläglich dieser auch hätte seyn mögen,gelegen haben; doch diese grausame Zärtlichkeit — diesebittere Grosimuth! —
lind che sie diesen Brief gelesen hatte, wie so freu-dig, wie so athemlos erwartend hatte sie sich gesehnt, indie Arme ihres Geliebten zu sinkeil! Es scheint unglaub-lich zu seyn, daß binnen wenigen Minuten ein ganzesDaseyn verdüstert werden könne, ohne daß ihm auch nurein Schimmer von Hoffnung bliebe!
Lucilla vernahm Tritte im Nebenzimmer, Nicht umder Welt willen hätte sic jetzt mit Godolphi» Zusammen-treffen mögen! Sie schob den verhängnißvollen Briefin ihr Gewand, schrieb dann in überraschend deutlichenLettern ihren Namen auf ein Weißes Blatt, und legte diesdahin, wo das Schreiben an Constanze gelegen hatte.Ganz richtig folgerte sie, daß mit diesem einen Namen