Untergang des lateinischen Kaiserthums von Constantinopel. 43 Z
licher, als ihre Macht an sich gering war und durch Strei- ^Ar-tigkeiten der Ritter unter sich und mit ihrem Kaiser nochmehr geschwächt wurde; und die Ritter, welche die Verthei-digung von Constantinopel übernommen hatten, vergaßensogar dergestalt ihre Pflicht, daß sie, durch höher» Sold ver-leite?, in die Dienste der Feinde des neuen KaiserthumStraten "). Der frühzeitige Tod des Kaisers Heinrich, wel-cher im Jahre 1216 nach einer Regierung von zehn Jahrenund fast zehn Monaten im vierzigsten Jahre seines Alters starb,war ein höchst unglückliches Ereigniß, welches den Verfall desentstehenden Reichs beschleunigte, da an die Stelle des mildenund billigen Heinrich kein Kaiser trat, welcher dessen Grund-sätze befolgte und das vollendete, was er angefangen hatte.
Der Graf Peter von Aurerre, Gemahl der Jolanthe vonFlandern, der Schwester der Kaiser Balduin und Heinrich,welchen die Wahl der Barone von Constantinopel/ da Hein-rich ohne männliche Nachkommen gestorben war, auf denerledigten Kaiserthron berief, nahm zwar eine ansehnlicheZahl von Rittern und Fußvolk in seinen Dienst und ver-pfändete seine französischen Herrschaften "), um die Kostender Ausrüstung und Unterhaltung des Heers zu bestreiten,durch welches er seinem neuen Throne Ansehen und Glanzzu geben hoffte; er gelangte aber nicht einmal nach Con-stantiuopel. Da Peter nicht die Mittel besaß, den Vene-tianern die Kosten der Ueberfahrt nach Griechenland für sich.
23) Z.B. tm I. ms i„ die DienstedeS Fürsten Michael Comnenus vonCpirus. vucauge a. a. O. ill vrc II.<sti. iZ. x. ZZ.
24) Er verpfändete die GrafschaftTonnerre und die Herrschaft Eoucvan seinen Schwiegersohn, den Gra-
fen Hervo von Revers, unter der Be,dingung, daß sie, falls er binnensechs Jahren stürbe, dessen Eigenthumwerden, falls er aber länger lebte,ihm selbst wieder heimfallen sollten.
Duselige I. c. dt. Lg. 1>. k>7-
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