432 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. XIII.
3-großer Vorsicht und Behutsamkeit die Vorbereitungen zur Er-neuerung des Kampfes wider die Christen traf, endigte das latei-nische Kaiserthum zu Constautinopel sein kümmerliches Daseyn.Weder der Kaiser Balduin der Erste, noch sein BruderHeinrich hatten es vermocht, innere Haltbarkeit einem Reichezu geben, welches in seiner Einrichtung und Verfassung denKeim des Verderbens trug; und wenn auch der KaiserHeinrich die zweckmäßigsten Mittel anwandte, um die Dauerdes Kaiserthums zu fristen, indem er die Griechen zu ge-winnen suchte, sie mit Milde und Schonung behandelte undihnen Stellen im Heere und in der Staatsverwaltung anvcr-traute: so vereitelte der päpstliche Legat, Cardinal Pelagius,welcher im Jahre 121z von Jnnoccnz dem Dritten nachConsiantinopel gesandt wurde, um daselbst die kirchlichen An-gelegenheiten zu ordnen, die Wirkungen jener weisen Maß-regeln durch ein eben so hcrrschsüchtiges und leidenschaftli-ches Verfahren, als er fünf Jahre spater während desKreuzzngs gegen Aegypten befolgte. Kaum war Pelaginsin Constautinopel angckommen, als er befahl, die Kirchenund Kloster der Griechen zu schließen, gewaltsame Bekeh-rungen anordnete und die Griechen, welche ihrer Kirche treubliebe», verjagte. Der Kaiser Heinrich ließ zwar die vondem unduldsamen Legaten verschlossenen griechischen Kirchenund Kloster wieder öffnen und ihren rechtmäßigen Besitzernznrückgebeu beruhigte aber dadurch nicht ,die Besorg-nisse der Griechen wegen künftiger Wiederholungen ähnlicherGewaltthatigkciten. Die feindselige Gesinnung der Griechengegen ihre lateinischen Beherrscher, die natürliche Folge unge-rechter Behandlung, war für die letzter» um so gefähr-
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