260 Geschichte der Krcuzzüge, Buch Vlll. Kap. V^lll.
Achtes Kapitel.
Sinter betrübenden Erinnerungen machte der König Ludwigdie Fahrt von der ägyptischen Küste nach Ptolemais, undder Seneschall Joinville, welcher, noch immer an den Folgenseiner Krankheit leidend, wahrend der Fahrt an der Seiteseines Herrn saß, vernahm aus dessen Munde die Erzäh-lung der Leiden, welche er wahrend seiner Gefangenschafterduldet hatte, und seiner Befreyung, und erstattete dagegendem Könige auf dessen Gebot Bericht von seiner Gefangen-nehmung und allen Widerwärtigkeiten, welche er erfahrenhatte. Mit Rührung und tiefem Schmerze gedachte zwarLudwig des unglücklichen Todes seines Bruders, des Grafenvon Artois, er pries aber mit dankbarem Herzen die GnadeGottes, welcher ihn und die Seinigen, so viele am Lebenerhalten worden, endlich aus ihrer Trübsal erlöst hätte,und ermahnte auch den Seneschall Joinville zur Dankbar-keit gegen Gott, seinen Erretter. Dagegen beklagte sichLudwig über die Gleichgültigkeit seines Bruders, des Grafenvon Anjou, welcher, obgleich mit ihm auf demselben Schiffevereinigt, ihm seine Gesellschaft entzog; und als der Königeinst sich erkundigte, was der Graf machte, so erfuhr er,daß derselbe mit dem Ritter Walter von Nemours Würfelspielte. Dieses leichtsinnige Betragen des Grafen unmittel-