348 Geschichte der Krcnzzüge. BuchVkkl. Kap. X>
sie den König fand, dem Sencschall Joinville ihr An-liegen cröffnere, so riech ihr dieser, für sich selbst das Ge-lübde einer Wallfahrt zn dem heiligen Nikolaus von Wa-rangcville 26) zu geloben, indem er versicherte, daß dieserHeilige gewiß seine Hülfe nicht versagen wurde; worauf dieKönigin crwiederte: „ihr wißt, Seneschall, daß der Königsehr eigensinnig ist und mir nicht erlauben würde, dieseWallfahrt zu vollbringen, wenn ich sie ohne sein Vorwissengelobte." „Nun," sprach Joinville weiter, „so gelobt,gnädige Frau, dem heiligen Nikolaus ein Schiff von fünfMark Silbers für den König, euch und eure drey Kinderzu weihen, ich bin euch gut dafür, daß St. Nikolaus euchwohlbehalten nach Frankreich zurückbringen wird, und ver-spreche, von Joinville aus zu Fuß zu den Gebeine» diesesHeiligen zu wallfahrten, wenn derselbe aus dieser Gefahruns errettet." Die Königin nahm die Bürgschaft des Se-neschalls an, und bald hernach beruhigte sich der Sturm.Als Margarethe nach Paris zurückgekommen war, so ließsie daselbst ein silbernes Schiff nebst Masibaum, Segel,Tauen und Steuerruder verfertigen und auf demselben denKönig, die Königin und die drey königlichen Kinder, so wieden Schiffshauptmann, alle in Silber darstellen, bezahltedem Silberschmidt, welcher dieses Werk besorgte, für seineArbeit hundert Livres und übersandte dieses Schiff dem Se-neschall nach Joinville, um es dem heiligen Nikolaus zuüberbringen; und Joinville sah dasselbe zn St. Nicolas inLothringen noch im Jahre izoi, als er Blanca, die Schwe-ster des Königs Philipp des Schönen von Frankreich, auf
86) Dem jetzigen Orte St. NtcolaS aufbewahrt wurden. Vgl. 6slmetin Lothringen (Eine Post von Nancy iiistoire äe I^orr.iiuoentfernt, auf dem Wege nach Toul), Leneä. I'. V. x, Z 2 o.
wo die Gebeine des heil. Nikolaus