344 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. X.
gekommen waren, so schloß sich der Legat mit dem Sene-schall in seinem Zimmer ein, legte dessen Hände in die sei-nigen, Hub au laut zu weinen, und als er zum Worte zukommen vermochte, so erleichterte er sein Herz in folgenderWeise: „Lieber Seneschall, ich freue mich zwar herzlich unddanke Gott dafür, daß der König von Frankreich und dieübrigen Pilger endlich aus der Gefahr errettet werden,welche in diesem Lande über ihnen geschwebt hat; aber esbetrübt mich, daß ich eurer heiligen Genossenschaft entbeh-ren und an den römischen Hof zurückkehren soll, wo esviele schlechte Leute giebt; ich will euch jedoch anvcrtrauen,daß cs meine Absicht ist, noch ein Jahr in diesem Landezu bleiben und mein ganzes Geld zur Befestigung der Vor-stadt von Ptolemais zu verwenden, damit Niemand denVorwurf mir machen könne, als ob ich mir den Gaben derChristen mich bereichert hätte." Joinville benutzte diese be-wegte Stimmung des Legaten, um zwey Sünden, an welcheihn sein Capellan erinnert hatte, zu beichten, und der Legat,nachdem er dem Seneschall die Absolution ertheilr hatte,fuhr fort: „Keiner kennt die ruchlosen Sünden, welche zuPtolemais begangen werden, so gut als ich, und es ist nvth-wendig, daß Gott das Volk dieser Stadt strafe und dieStadt mit dem Blute ihrer Bewohner wasche, damit einanderes Volk komme und der göttlichen Gnade sich würdigmache; denn das jetzige Volk von Ptolemais ist der gött-lichen Gnade nicht würd "
Nach einigen Tagen erhielt Joinville von dem Königeden Auftrag, mit seiner Ritterschaft die Königin Margaretheund die drey königlichen Kinder, welche während der Meer-fahrt geboren waren ^), nach Tyrus zu geleiten; und der
7Ü) 7 olnviUe x. 127. ,2g. verS; Peter, Herzog von Alentzon unv
77 ) Johann Tristan, Graf von Ne» Blanche, vio äe Sr. i^ouis xar