N ü ck k e h r LudwigöIX. n a ch § rankrei ch. 343
über den Tod einer Frau, welche ihr über alles gehaßthabt." Die Königin erwiederte, sie weine nicht wegen desTodes der Königin Bianca, sondern aus Theilnahme andein Schmerze ihres Gemahls und aus Sehnsucht nachihrer in Frankreich zurückgebliebenen Tochter, welche nunmehrden Händen der Männer überlassen wäre; denn die KöniginVlanca hatte, wie Jvinville versichert, ihre Schwiegertoch-ter stets mit Kalte und Zurücksetzung behandelt und dasvertrauliche Verhältnis: zwischen derselben und ihrem Sohne,so viel sie konnte, gestört.
So dringend nothwendig nunmehr die Rückkehr nachFrankreich geworden war, so entschied sich Ludwig, nachdemder Bau der Mauern von Sidon vollendet war, dennochnicht sogleich für die Abreise aus dem heiligen Lande; son-dern er ordnete Bittfahrten an, zu welchen die Pilger ent-schuht und in Hemden erscheinen mußten, und ließ amSchlüsse dieser Bittfahrten durch den päpstlichen LegatenGebete, so wie durch den Patriarchen von Jerusalem, wel-cher ebenfalls iin Lager sich befand, Predigten halten, damitGott offenbaren möchte, ob cs ihm angenehm wäre, daßder König noch länger im heiligen Lande bliebe, oder daßer nach Frankreich zurückkehre. Als nach der Beendigungdieser Bittfahrten die Barone bey dem Könige auf einerWiese bey Sidon versammelt waren, so sprach der Legat zuJvinville: „Lieber Seneschall, der König ist mit eurenDiensten so sehr zufrieden, daß er euch eine Gnade zu ge-währen wünscht, und in der Absicht, euch etwas Angeneh-mes zu erzeigen, hat er mich beauftragt, euch zu sagen,daß er kommende Ostern nach Frankreich zurückzukehrendenktworauf Jvinville erwiederte: „Gott lasse ihn seinenWillen vollziehen." Alsdann bat der Legat den Seneschall,ihn in seine Herberge zu begleiten, und als sie daselbst an-