334 Geschichte der Krcuzzügc. Duck, VIII. Kap. X.
Tages ließ er auf deu Hühnerhof des Seneschalls eineGaus laufen, welche ein Dutzend Hühner und Kapaunenzu Tode biß, ehe die Wärterin des Hofes hcrbepkam undmit ihrer Schürze die bissige Gans hinwegscheuchte ").
So wie Joinville durch seine heitere Laune und erprobteBiederkeit die Zuneigung aller seiner Waffengefährtcn ge-wonnen hatte, so wurde er auch täglich unentbehrlicher sei-nem Könige, welcher noch im Lager vor Joppe die treuenDienste, welche ihm der Seneschall während der Mcerfahrtgeleistet hatte, durch die Verleihung eines erblichen Geld-lehens von jährlich zweyhundcrt Livres Tournois belohnteJoinville erheiterte nicht nur dem Könige manche trübeStunde durch muntere Unterhaltung, sondern war mit auf-merksamer, selbst ängstlicher Sorgfalt darauf bedacht, jedenUnfall von seinem Herrn, welchem er mit der treuesten An-hänglichkeit zugethan war, fern zu halten. Als der Scne-schall eines Tages nach der Messe auf einem Ritte in derUmgegend von Sidon den König begleitete, so kamen sie zueiner kleinen Kirche, in welcher gerade ein Priester Messe las,und da Ludwig der Meinung war, daß diese Kirche auf deinPlatze, wo nach der Erzählung des Evangelisten Mat-thäus der Heiland den Teufel aus der Tochter des kana-näischcn Weibes ausgetricben hatte, zum Gedächtnisse diesesWunders erbaut worden sey, so traten sie in diese Kircheein, um der heiligen Handlung beyzuwohnen. Weil aberder Geistliche, welcher bep dieser Messe diente, ein großer,schwarzer und magerer Mann und überhaupt von wider-wärtigem Aeußern war, so gab Joinville es nicht zu, daß
53) loinvillc 122 1 c vous «on-lcrai, also beginnt Joinville diese Er-zählung, Ics jene gnc 1 c vontc ( 1 'Ltiiwu» lcsoit.
Zy) S. oben. Anm. iz. S. 3 >S.üo) Matth. XV. 2i — sg.