326 Geschichte der Kreuzzügc. Buch VIII. Kap. X.
2. Tbc.IM.
daß er die Erlaubniß, den König zu sehen, ihnen erwirkenmöchte. Der Seneschall erfüllte gern ihre Bitte, begab sichzn dem Könige/ welchen er in seinem Zelte auf dem Boden <")ohne Teppich sitzend und an der Zeltstange gelehnt antraf/und sprach zu ihm: „Gnädigster Herr, es ist draußen vielVolk aus Großarmenien, welches mich gebeten hat, ihnenden heiligen König zu zeigen; ich für meinen Theil möchtejedoch noch nicht eure Gebeine als Reliquien küssen." Lud-wig lachte laut über diese Rede und gebot/ die Leute zuholen. Sie bewiesen dem Könige große Ehrerbietung undempfahlen ihn dem Schutze Gottes, was der König erwie-derte. Am folgenden Tage gelangte der König Ludwig nachdem Bergpasse Passepoulain wo sehr vorzügliches Wassersich findet, welches damals zur Bewässerung von Zuckerpflan-zungen benutzt wurde *?). Dort machte dem Seneschall Join-ville einer seiner Ritter großen Verdruß. Als nämlich derRitter, welcher an diesem anmuthigen Orte die Herbergedes Seneschalls besorgt hatte, die scherzhafte Aeußerung sicherlaubte, daß er seinem Herrn eine bessere Herberge ausge-wählt'hätte, als die gestrige auf dem öden Sande von Pto-lemais gewesen wäre, so fühlte sich dadurch ein andererRitter, welcher das Nachtlager des Seneschalls vor Ptole-mais angeordnet hatte, so sehr beleidigt, daß er jenen Rit-ter bey den Haaren packte. Der Seneschall aber ließ dieseUnanständigkeit nicht ungeahndet, sondern schlug den empfind-lichen und jähzornigen Ritter mit der Faust so derb zwi-schen die Schultern, daß er von seinem Gegner abließ.Hierauf sprach Joinville zu jenem Ritter: „Hinweg von
48 ) vu sadlon. loinv. a. a. O.46) 2ol»v>llc a. a. O. Vgl- Gesch.der Krcuzz. Buch VII. Kap. iS, S.L4>. Amn. 87-,
47) roiavUIe <1, a, O.