Unterhandlungen des K. Ludwig mit den Saraccnen. 281
wohl sie auch gegen ihn sich meineidig bewiesen hatten, die^Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten zn erwarten hatte, nicht inein Bündnis; wider dieselben sich einlassen; würde aber durchGesandte sie anffordcrn, ihren Verpflichtungen zu genügen,und wenn diese Aufforderung fruchtlos bleiben sollte, gernbereit seyn, dem Sultan zur Bestrafung der Mörder deSSultans Turanschah Hülfe zu leisten. Diese Antwort wurdedem Sultan von Damaskus durch eine Gesandtschaft deSKönigs überbracht; und der Predigermönch Ivo aus derBretagne, welcher der saracenischen Sprache kundig war,begleitete die königlichen Gesandten als Dolmetscher Au,gleich benutzte Ludwig diesen Verkehr mit dem Sultan Male!annaser, um seinen Rüstmeister Johann l'Erwin nach Da-maskus zum Einkäufe von Gegenständen, welche zur Ver,fertigung von Armbrüsten erforderlich waren, zu senden^).
L5) soinville 87- Als der MönchIvo mit den königlichen Gesandtenaus ibrer Herberge zu dem Palasiedes Sultans sich begab, so bemerkte ereine alte Frau, welche in der rechtenHand eine Pfanne mit Feuer und inder linken einen Topf mit Wasser trug.Auf die Frage, wozu dieses dienensollte, gab sic zur Antwort, dass siemit dem Feuer daS Paradies und mitdem Wasser die Hölle zerstören wollte:und als Ivo weiter nach dem Grundedieses seltsamen Einfalls fragte, sosprach sie: weil ich will, daß mankünftig daS Gute thue, nicht in derHoffnung der Belohnungen deS Pa-radieses oder auS Furcht vor denStrafen der Hölle, sondern aus Liebezu Gott, soinv. x. gz.
46) sclran Ir Lrinin gni eitoit ar-«illcui 1e lloz', »I» lor» » Dam«»xour »allerer aorne» er glu» (d. i-Leim) xour kair» »ibaleitrer. Den
Nüsimeisisr Johann fragte zu Da-maücus ein alter Saracene, ob er einChrist wäre, und alS Johann dieseFrage bejahte, so fuhr er fort: „ihrChristen müßt euch sehr einander has-sen ; denn ehemals überwand der Kö-nig Balduin der Aussätzige mit dreyhundert Bewaffneten den SultanSaladin, welcher deren drei) Tausendhatte, jetzt send ihr durch eure Sün-den dahin gebracht worden, daß wireuch wie LaS Wild Lurch die Felderjagen. " Johann wandte zwar ein,daß die Sünden der Saracenen nochgrößer wären, der Ereiü erklärte aberdiese Einwendung für thöricht, undals Johann nach dem Beweise fragte,so erwiederte der Greis: ,, »erstattetmir zuvor eins andere Frage: habtihr ein Kind?" worauf Johann ant-wortete, daß er eine» Sohn hätte.Der GreiS fragte weiter: ,.Wollt ihrlieber, daß ein anderer euch ein Ba-