Urtheil der MoslimS über Ludwig IX. 255
Gemahl frey und wohlbehalten gesehen hätte, eine Beloh-^Ebr.mnig von zwanzig parisischen Livres. Bald hernach begabensich der König, dessen beyde Brüder und die übrigen Pilger,welche ihr Leben ans den schweren Leiden und Trübsalen,die ihnen waren aufgelegt worden, gerettet halten, ans diekönigliche Galee, welche ohne Zögerung unter Segel gingund in sechs Tagen nach Pkolcmais gelangte^).
Der König Ludwig hatte wahrend seiner Gefangenschaft,welche einen vollen Monat dauerte, durch die Standhaftig-keit und Ergebung, mit welcher er sein Unglück trug, durchdie Würde seines Betragens und die Klarheit seines Ver-standes, so wie durch seine ernste Frömmigkeit und strengeGewissenhaftigkeit die Achtung der Muselmänner gewon-nen ^), und dieser Achtung gebührte ein nicht geringer An,theil an der glücklichen Wendung, welche zuletzt das Schick-sal des Königs »ahm. Die Entlassung des Königs undder mächtigsten Barone von Frankreich, so wie vielertrefflicher Ritter der Königreiche Jerusalem und Cypern,aus der Gefangenschaft gegen vcrhaltnisimaßig so geringeVortheile, als die ägyptischen Emire sich ansbedangen, be-trachtete man um so mehr mit Recht als ein unerwartetesund höchst erfreuliches Ercigniß, da die rohe Grausamkeiteben jener Emire, welche wenige Tage zuvor ihren Sultanmit einer schaudervollen Wildheit erwürgt hatten, dieschlimmsten Besorgnisse für die unglücklichen gefangenen
yi) loiirville s>. 82 . 85- Nach Nar-rirotainaens Soridur OVInrotorr 1'. VI.I>. 517 ) waren eS genuesische Schiffe,welche den König Ludwig und dessenGefolge von Damictte nach Ptole-maiS brachten.
xa) S. das Urtheil des Saadeddinnach der Mitrhcilung des Abulmaba-scn be>> Ncinaud i>. 472. Dagegensagt Makcisi (ibixrrairs cio Oaräonnox>. 245): isie roi cto Ir-anae avotr1'csxrtr lln er aitiücieux.