230 Geschichte der Krenzzüge. Buch VIII. Kap. VII.
Sultan wurde noch dadurch gesteigert, daß ihnen an denUnterhandlungen mit dem Könige von Frankreich keineTheilnahme irgend einer Art zugestanden, und der Vertragganz ohne ihr Mitwissen abgeschlossen wurde; und sie gabendem Verdachte Raum, daß der Sultan das Friedensgeschäftin keiner andern Absicht beschleunigt hätte, als um sich ihrerohne Gefahr entledigen zu können 3°). Es wurde dem Sul-tan zum Vorwurfe gemacht, daß er nicht unmittelbar nachder Vernichtung des Kreuzheeres seine Truppen gegen Da-miette führte und der Stadt sich zu bemächtigen suchte,bevor die Kreuzfahrer von ihrem Schrecken sich erholt hat-ten, sondern den Vergnügungen und Ausschweifungen derSinnlichkeit sich ergab"). Man wollte wissen, daß diejungen Leute, welche mit Turanschah aus Mesopotamiennach Aegypten gekommen waren, ihm den Rath gegebenhatten, den König von Frankreich mit Schonung zu behan-deln, dadurch den Frieden und die Räumung von Damiettezu beschleunigen, dann der schimpflichen Unmündigkeit, inwelcher er von der Sultanin Schadschreddorr und den Emirenseines Vaters gehalten wurde, sich zu entziehen, die herrsch-süchtigen Emire aus ihren Aemtern und Würden zu entfer-nen und seine Freunde an deren Stelle zu bringen. DerSultan gab einem solchen Rathe um so williger Gehör, jeschmerzlicher er es fühlte, daß er nur dem Namen nachBeherrscher von Aegypten war, ohne wirkliche Gewalt zubesitzen"). Es verbreitete sich hierauf das Gerücht, daßTuranschah die Absicht geäußert hätte, sich des Emirs Oktaidurch Verbannung oder Mord zu entledigen, und eine ver-messene Drohung, welche dem leichtsinnigen Sultan wäh-
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3 r) Dschemaleddin bei) Reinaud a. rum, eä. k00oek.e x. 495.
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