224 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. VII.
2^°'welche einen beträchtlichen Theil der Besatzung von Da-miette ausmachten, die Absicht hatten, heimlich zu entflie-hen, so beschied sie dieselben am folgenden Tage vor ihrBette dergestalt, daß das ganze Zimmer angefüllt war, undsprach zu ihnen: „Edle Herren, verlaßt um Gotteswillennicht diese Stadt; denn so dieselbe verloren würde, so wärecs um den König und alle diejenigen, welche mit ihm ge-fangen worden sind, geschehen; und wenn ihr ans keinerandern Rücksicht eure Absicht aufgeben wollt, so thut esaus Mitleid mit der Unglücklichen, welche hier liegt, undwartet wenigstens so lange, bis Gott mir meine Kräfte wie-dergegeben haben wird". Da sie hierauf erwiederten, daß siewegen des Mangels an Lebensmitteln nicht in der Stadtbleiben könnten, so versprach die Königin, Vorräthe fürsie zu kaufen und sie künftig auf Kosten des Königs zuunterhalten; und sie erfüllte ihr Versprechen, als jene Leutesich willig finden ließen, zu bleiben, und kaufte nach Join-ville'S Versicherung Lebensmittel für dreyhundert und sechs-zig Tausend Livres und mehr").
Ungeachtet der peinlichen Lage, in welcher die zn Da-miette zurückgebliebenen Pilger sich befanden, wurde dennochder Vertrag, welchen der König Ludwig mit dem Sultan
17) loinvUls p. 84. Dgl. vuiartI>. k44. „Man erzählt," sagt Abul-faradsch (clron. Sz-r x. Zik. §12), „daßin den Tagen, in welchen der Königvon Frankreich gefangen war, ihmgemeldet wurde, es habe die Königin,seine Gemahlin, einen Sohn gebo-ren; als solches Moaddhem (Turan-schah) hörte, so sandte er der Wöch-nerin alS Geschenk »o,«» Stück Su-mak, eine goldene Wiege und könig-liche Kleider." OaS Wort
wenn eS richtig Isr, bedeutet in dieserStelle vielleicht die Frucht oder daS Ge-würz, welche die Araber nennen(bcy Golius: lilcus xeo. odsoniorumec ejus krnccns), nicht aber den SteinSardonyx, wie in der lateinischenUebersehung der syrischen Chronik an-genommen worden ist. Vielleicht in
faLooi, v. I. Granatäpfel, zu lesen.