220 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. Vll.
2. ?k>r. forderte für die Bcfreynng des Königs die Räumung vonDamiette. Diesen Antrag genehmigte Ludwig und stellte nurdie Bedingung, daß die saracenischen Unterhändler den gutenWillen des Sultans, den König und die Barone freyzulas-sen, falls die Königin das geforderte Lösegeld bezahlen undDamiette räumen würde, durch einen Eid bekräftigen sollten.Als die Saracenen nach einiger Zeit zurückkehrten und mitder Genehmigung des Sultans diesen Eid leisteten: so er-klärte der König, daß er gern fünfhundert Tausend Livresfür die Freylassung seiner Barone bezahlen würde, weil esnicht seine Weise wäre, mit Geld zu kargen. Diese Bereit-willigkeit des Königs Ludwig, für die Vefreyung seiner Rit-ter ein so großes Opfer zu bringen, gefiel dem SultanTuranschah so sehr, daß er ausriefr „in Wahrheit, derKönig von Frankreich ist ein edler Mann, sagt ihm, daßich ihm zweyhundcrt Tausend Byzantien des Lösegcldes er-lasse." Die französischen Barone hatten kaum von derAugst, in welche die oben berichtete Erscheinung des altenScheichs und seiner bewaffneten Begleitung sie gesetzt hatte,sich erholt, als ihnen von einem Beamten des Sultans dieMeldung von dem verabredeten Vertrage gebracht wurde,mit der Aufforderung, vier Abgeordnete an den König Lud-wig zu senden, und durch dieselben die Bedingungen desVertrages zu vernehmen. Sie leisteten mit großer Freudedieser Aufforderung Folge und erwählten die Ritter Johannvon Valery, Philipp von Montfort, Balduin von Jbelin,Seneschall des Königreichs Cypern, und dessen BruderGuido, Connetable desselben Königreichs, zu ihren Abgeord-neten, um die Bestätigung solcher tröstlichen Kunde aus demMunde des Königs zu empfangen' *).
15) loinvitlo x.71 — 7 Z. Nach dem s. laiäov. I>. wurde das Löse-«lgenen Berichte beS Königs (Lxist. geld zu goo,«» saracenischen Byzan-